Category Archives: Geistliches Wort

Vitus, unser Schutzpatron

Vitusstatue in Corvey

HL. Vitus in Corvey

Vitusfest am 17. Juni  in Corvey

Als Glaubende gehen wir

unseren Weg,

nicht als Schauende.“
(2 Kor 5,7)

 

 

Mitte Juni blicken wir im Pastoralverbund auf den hl. Vitus, den Schutzpatron Corveys, der um 304 als Märtyrer unter der Herrschaft des römischen Kaisers Dikokletian gestorben ist.

Grundlegend für den christlichen Glauben ist die Überzeugung, dass es Gott mit der Schöpfung ernst meint und unbedingt ihr Heil will. In Jesus Christus hat sich dieser Wille Gottes und seine Treue zum Menschen gezeigt: Gott hat den getöteten Zeugen seiner Liebe nicht im Tod gelassen, sondern zu neuem Leben auferweckt und damit das große Ziel menschlichen Seins aufgezeigt.

Dafür steht das Zeugnis des hl. Vitus. Der hl. Vitus hat auf Gott vertraut und den Mut gefunden – wie es die Legenden berichten -, dem römischen Kaiser die Stirn zu bieten. In seinem Glauben steckt für uns eine Kraft, die ihre Entfaltung im Alltag finden will:  Der Gläubige kann sich in seinen Nöten und Ausweglosigkeiten vor Gott stellen und alles an Gott abgeben. Glaubende können sagen: Mach du, Gott, was draus. Dein Wille geschehe.

So kann das Beispiel des hl. Vitus und der anderen Glaubenszeugen uns auf unserem Weg als Glaubende stärken. Schauende werden wir in Gottes Herrlichkeit sein; einen Vorgeschmack dafür liefern uns in Corvey das Westwerk als Abbild des himmlischen Jerusalem und die barocke Abteikirche als Fenster in die Ewigkeit.

Ihr

Pfarrdechant Dr. Hans-Bernd Krismanek

 

Gedanken zu Fronleichnam

Liebe Mitchristen,

Kein Mensch will nur allein sein. Jeder sucht Kontakt, sucht Menschen, bei denen er sich wohlfühlt, die ihn verstehen, mit denen und von denen er leben kann, die ihn erfrischen wie ein Trunk, die ihn stärken wie eine Nahrung, die ihn annehmen, ermutigen und froh machen. Jeder muss aber auch mit Menschen leben, denen er ausweichen möchte, die ihm wie ein Stein im Magen liegen, die ihm das zertreten, was ihm als Brot sein könnte. Jeder aber sucht nach solchen Enttäuschungen weiter. Er geht wieder zu denen, bei denen er aufatmen kann, die ihn stärken und erfrischen.

Aber auch diese Quelle ist nicht unerschöpflich. Auch dieses Brot kann vertrocknen. Immer wieder geht uns die Luft aus. Unsere Kraft ist begrenzt. Immer wieder sind wir doch allein. Brot steht immer unter dem Gesetz des Untergangs und des Aufgangs. Bis die Saat zu Brot wird, fällt vieles dahin und geht vieles auf. JESUS ist da wie Brot. Was heißt das?

ER hat Gott im Zeichen des Brotes für uns verständlich gemacht. ER ist für uns wie Brot, das gebrochen und gegessen wird. Jesus wie Brot – das bedeutet für uns, dass wir unter dem Gesetz des Untergangs und Aufgangs stehen. Das ist unsere gemeinsame Menschen-Wirklichkeit. Brot und Jesus gehen uns alle an. Seine Existenz ist uns gegeben wie eine Nahrung. An diesen Tisch des Lebens sind wir alle geladen: Nehmet und esset! – d.h. mit euch zusammen will ich Brot sein für die anderen! Wir können nicht nur aus der Sorge um uns leben, sondern aus der Liebe zu den anderen. Das Mahl Jesu ist so gemeint, dass es uns verbindet mit ihm und untereinander. Auf diese Gemeinschaft will uns Fronleichnam hinweisen.

Es grüßt Sie

 

Pastor Anton Honisch

 

Gedanken zum Pfingstfest

Sehr verehrte Geistlichkeit,

– oh, Sie vermuten, dass das Vorwort der Pfarrnachrichten heute nur an ein Dutzend Männer im Pastoralverbund gerichtet sei?

Natürlich nicht. Geistliche sind doch wohl alle, die in der Taufe und der Firmung den Heiligen Geist empfangen haben oder aber – weil der Geist weht, wo er will – auf andere Weise von ihm erfüllt worden sind.

Einsicht, des Rates, der Erkenntnis und der Stärke, der Frömmigkeit und der Gottesfurcht. Und weil sieben eine symbolische Zahl ist, sind es nicht nur diese sieben Gaben, die der Geist schenkt, sondern alles, was wir uns zu Pfingsten oder die Firmbewerberinnen und -bewerber anlässlich ihrer Firmung von ihm wünschen.

Was braucht es? Was tut in meinem Leben not? Wo wünsche ich mir Veränderung, Begeisterung, Einsicht und Gottes Kraft?

Klassischerweise wird zwischen Christi Himmelfahrt und dem Pfingstfest an neun Tagen die Pfingstnovene gebetet, in der man den Heiligen Geist mit seinen Bitten bestürmt oder aber ihm überlässt, womit er einen beschenken will.

Sich hingegen zu Pfingsten oder zur Firmung nichts zu wünschen, wäre eine vertane Chance.

Jeder von uns hat doch für sein Leben einen Traum. Am besten einen, für dessen Wahrwerden nicht gleich die Naturgesetze außer Kraft gesetzt werden müssen. Und vermutlich ist dieser Traum, unser heißester Wunsch, unsere größte Sehnsucht, Wirken des Heiligen Geistes in uns.

Dass möglichst viel davon in Erfüllung geht und ein frohes Pfingstfest wünscht Ihnen

Pastor Frank Grunze

PS: Bitte erzählen Sie nicht in Paderborn oder Rom, dass wir in Höxter zigtausend Geistliche sind. Man könnte das dort vielleicht missverstehen.J

 

Optimismus ist in seinem Wesen………

Optimismus ist in seinem Wesen keine Ansicht über die gegenwärtige Situation, sondern er ist eine Lebenskraft, eine Kraft der Hoffnung, wo andere resignieren.“  (D. Bonhoeffer)

Noch immer dauert die Osterzeit, eigentlich endet sie ja auch nie. Denn Ostern ist der Ausgang, der Ursprung einer Entwicklung, die einen völlig neuen Horizont, eine neue Zukunft eröffnet.

Wenn wir erfahren haben, dass der ans Kreuz Genagelte aus Tod, Sinnlosigkeit und Vergeblichkeit herausgekommen und auferstanden ist, sagt  das gleichzeitig, dass  dieses Geschehen uns selbst in die Zukunft des Gehängten führt, wir nicht mutlos und rückwärtsgewandt, nicht schwächlich und zögerlich, sondern energisch und  zuversichtlich anpacken.

Hier könnte uns ein Blick auf die Geschichte der ersten Christen hinreichend illustrieren, wie aus hoffnungslosen Menschen von einer Botschaft Ergriffene und Überzeugte wurden.

Was änderte sich? Jesus führte Menschen zusammen, nicht in die Vereinzelung. Er machte aus „schwachen“ Menschen einsatzfähige Mitstreiter, schickte sie in unbekanntes Neuland, denn sie blickten mit Optimismus und Begeisterung in die Zukunft, obwohl sie immer wieder Anlass gehabt hätten, sich aus dem Staub zu machen.

Dietrich Bonhoeffer: „Optimismus ist in seinem Wesen keine Ansicht über die gegenwärtige Situation, sondern er ist eine Lebenskraft, eine Kraft der Hoffnung, wo andere resignieren. Eine Kraft, den Kopf hoch zu halten, wenn alles fehlzuschlagen scheint, eine Kraft, Rückschläge zu ertragen, eine Kraft, welche die Zukunft niemals dem Gegner überlässt, sondern sie für sich in Anspruch nimmt. Mag sein, dass der Jüngste Tag morgen anbricht, dann wollen wir gern die Arbeit für eine bessere Zukunft aus der Hand legen, vorher aber nicht.“

Diakon Dreker

Ihr Diakon Dreker

 

„Brannte uns nicht das Herz … „

„Brannte uns nicht das Herz
in der Brust,
als er unterwegs mit uns
redete?“

(aus Lukas, 24, 13-35)

 

Liebe Christen!

„Wie geht das eigentlich mit der Auferstehung Jesu?“ fragte mich jetzt ein Schüler aus dem dritten Schuljahr. Können Sie die Frage beantworten?

In diesen Tagen feiern wir Ostern. Letztendlich bleibt die Frage nach der Auferstehung auch noch im 21. Jahrhundert ein Geheimnis, dass wir mit unserem bloßen Verstand und der Naturwissenschaft nicht erklären können. Wir können sie nur glauben und uns durch den Glauben Hoffnung auf ein ewiges Leben schenken lassen.

Vieles, sehr vieles kann mit unserem heutigen Wissen bewiesen und erklärt werden. Aber der Grund in unserem Leben bleibt weiterhin ein Geheimnis, welches wir nur Glauben können.

Oder können Sie erklären, warum Sie gerade ihren Mann
oder ihre Frau lieben? Sicherlich können wir Eigenschaften nennen, die wir an unserem Partner oder unserer Partnerin schätzen, aber der Grund unserer Liebe bleibt ein Geheimnis.

Mit der Auferstehung ist es ähnlich. Die Emmausjünger beschreiben die Erfahrung der Auferstehung Jesu mit den Worten: „Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete?“ Der Blick der Liebe sagt uns: „Jesus ist mitten unter uns!“ Und in der Eucharistiefeier gehen uns die Augen auf und Jesus begegnet uns mitten im Herzen.

Ostern macht uns Mut und fordert uns auf, uns auf die Liebe Gottes einzulassen!

Im Namen des gesamten Pastoralteams wünsche ich Ihnen und Ihren Familien frohe und gesegnete Ostern!

 

Ihre Marion Dinand, Gem.Ref.

 

Diakon – Mitarbeiter am Evangelium

www.kna-bild.de)

Liebe Schwestern und Brüder!

Die kath. Kirche kann in diesem Jahr ein kleines Jubiläum feiern. Am 28. April 1968, also vor 50 Jahren, wurden im Kölner Dom weltweit die ersten fünf Ständigen Diakone der Neuzeit geweiht. Warum der Neuzeit? Weil das Diakonenamt neben dem Bischofsamt das älteste in der Kirche ist und bereits in apostolischer Zeit vorhanden war. Seit dem 10. Jahrhundert wurde es in der lateinischen Kirche jedoch immer mehr zur Durchgangsstufe auf das Priesteramt hin, bis es seine Eigenständigkeit ganz verlor.

Der sich bereits im vorigen Jahrhundert abzeichnende Priestermangel weiterlesen »

Schön wär’s ja

Das Gebet fordert uns als modernen Menschen heraus.

Denn wir haben vor allem eines verlernt:
das Vertrauen

Auf unserer Internetseite www.pv-corvey.de laden wir zu verschiedenen Anlässen zum Gebet ein. In den Gottesdiensten unserer Gemeinden beten wir. Beten heißt für mich: Sprechen mit Gott! Vielleicht werden Sie, lieber Leser, jetzt sagen: Schön wär’s ja, wenn das so stimmen würde! Aber meine Erfahrungen sind anders. Meine Gebete, auch wenn sie noch so dringend waren, wurden nicht erhört. Meine Bitte um Genesung eines guten Freundes. Mein Flehen um einen Ausweg aus der Depression. Mein Flehen um Versöhnung mit der Tochter. Das Gegenteil ist eingetreten: Der Freund ist nach hartem Kampf gestorben. Die Depression hat sich verschlimmert. Die Tochter ist im Zorn gegangen. Was heißt da noch vertrauensvolles Gebet?! Und ist nicht Jesus selber mit seinen Gebeten gescheitert? weiterlesen »

Unüberhörbar wird Holz vor meiner Haustür geschreddert. Die Weihnachtsbäume gehören nicht nur der Vergangenheit an, nein, sie sind nicht mehr. Und das Holz, das den grünen Nadeln Halt gegeben hat, wird einer neuen Bestimmung übergeben. So schnell verlässt Weihnachten die Bühne der Weltgeschichte.

Für mich bleiben zwei Möglichkeiten. Ich kann ein Jahr auf das nächste Weihnachtsfest warten oder versuchen die Ernte des vergangen Festes einzufahren.

Weihnachten nahm ich teil an der weltweiten Geburtstagsfeier eines menschlichen Kindes, und mein Glauben sagt, ich nahm teil an der Geburtstagsfeier, die Gott in dieser Welt sichtbar werden ließ. Damit beginnt eine Lebensgeschichte.

Das Kind aus der Krippe wird wachsen, sich im Leben bewähren, Menschen zum Staunen bringen und nach 33 Jahren ein Erbe hinterlassen, das nicht nur bei mir große Bewunderung hervorruft. Als Teilnehmer der Geburtstagsfeier werde ich das Geschehen weiter verfolgen, das Wirken dieses Geburtstagskindes unter den Menschen, wie es die Evangelisten festgehalten haben und wie es mir in den kommenden Wochen sonntags verkündet wird. Und so wie ich mich auf diese weitere Geschichte einlasse, werde ich hineingezogen in eine Beziehung, die mich herausfordernd zu einer persönlichen Reifung und Entwicklung anregt.

Zum Jahreswechsel landeten 3 Stichpunkte auf meiner persönlichen Merkliste, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Sie werden mir helfen, die Herausforderungen der vor mir liegenden Lebenszeit anzunehmen und zu meistern.

Ich weiß, nichts ist endgültig fertig in meinem Leben und doch kommt es immer wieder zum unfertigen Abschluss; vieles aus dem letzten Jahr erscheint mir so unvollständig.

Ich frage mich, was wurde abgeschlossen, und was verdient so viel Aufmerksamkeit, dass es von mir zur Abgeschlossenheit gebracht werden sollte?

Was möchte ich im nächsten Jahr für mich verwirklichen? Möchte ich, dass mir selbst unbekannte persönliche Potentiale entdeckt werden, und bin ich bereit, sie anzunehmen und zu nutzen?

Pastor RöttgerNächstes Jahr, wenn wir wieder den Geburtstag Jesu feiern, wird es sicher viel zu erzählen geben. Es werden Geschichten sein, die Ihr, mein und unser Leben geschrieben hat.
Lebensgeschichten, die selbst erarbeitet und kunstvoll gestaltet wurden.

In Freude voneinander zu hören,

Ihr Markus Röttger

 

Die Chance der Weihnacht

 

Wunibald Wörle: Menschwerdung Christi;

Die Chance der Weihnacht

Gott kommt – als Kind.
Der unendliche Gott
kommt als begrenzter Mensch.
Der, der ewig ist, wird zeitlich.
Der, der nicht zu fassen ist,
wird berührbar
und tritt in unsere Geschichte ein
als ein fürsorge- und
schutzbedürftiger Säugling,
damit wir ihm Fürsorge und
Schutz geben.

Er wird ein Mensch wie wir,
um das Leben von uns Menschen zu durchleben.
Er kommt dazwischen,
um uns nah zu sein.
Er mischt sich ein,
um sich einzumischen,
um uns auf Augenhöhe zu begegnen,
und uns Gott näher zu bringen,
auf dass wir mit Gott in Berührung kommen,
in unserem Denken, Fühlen und Handeln;
damit auch wir uns nach ihm ausstrecken,
damit wir Fühlung nehmen,
damit wir an ihm wachsen
und mit ihm selber eins werden können.
Mit seiner Menschwerdung eröffnet er uns
eine riesen Chance,
eine Chance,
die kaum in Worte zu fassen ist.
Doch – erkennen wir diese Chance?
Hat Gott bei uns – tatsächlich – eine Chance?
Wenn ja, dann hat sich Weihnachten gelohnt
– für Gott und erst recht für uns!

Pastor Nal
Ihnen und Ihren Familien
wünsche ich – auch im Namen des Pastoralteams –
ein gesegnetes Weihnachtsfest
Thomas Nal

Wachet auf, werde Licht ……

Bild: Martin Manigatterer; www.pfarrbriefservice.de)

Zu den biblischen Gestalten im Advent gehört Johannes der Täufer. Ein bekanntes Wort von ihm finden wir im Johannesevangelium:

„Er [Jesus] muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.“ (Joh 3,30) – Mit diesen Worten beschreibt Johannes der Täufer sein Verhältnis zu Jesus dem Christus.

Für mich eine Aufforderung mit hohem Anspruch und entscheidenden Fragen an mich:  Welchen Stellenwert nimmt Gott in meinem Leben ein? Und: Wie will ich meine Beziehung zu Gott persönlich und mit anderen Christen leben?

Grundlegend ist für mich dabei die Überzeugung: Im Leben des Jesus von Nazareth offenbart sich Gott als der, der es mit den Menschen und seiner Schöpfung unbedingt gut meint und uns Heil zusagt. Hier liegt die Stärke des Glaubens, die sich darin äußert – von Gott belgeitet – vertrauensvoll in die Zukunft gehen zu können.

Das beinhaltet, die Nähe zu Gott zu suchen in Gebet und Meditation und den Glauben zugleich in den Alltag zu integrieren. Wer auf Gott vertraut, entscheidet sich für eine Solidarität unter den Menschen, die jeden Menschen als Geschöpf Gottes und als Mitmenschen ansieht.

Dies in unser Leben umzusetzen sind wir aufgerufen. Daran wollen uns in diesen Tage der Advent und das bevorstehende Weihnachtsfest erinnern, dass Jesus immer mehr bei uns ankommen und Mensch werden kann.

Pfarrdechant KrismanekIhr

Hans-Bernd Krismanek, Pfarrdechant

 

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