Category Archives: Geistliches Wort

Was suchen Menschen heute?

Was suchen Menschen heute?

Bild: eig. Bestand PR PV Corvey)

Diese Frage beschäftigt mich immer wieder.

In den vergangenen Monaten habe ich sie jungen Menschen gestellt. In den Glaubenskursen zur Firmvorbereitung. Bei den Ostertagen in Corvey.

Im Gespräch mit Aaron Zehnter, der offen über seinen Glauben als Profifußballer
gesprochen hat. Oder zuletzt bei Trainer Jürgen Holletzek, der beim Lightroom
Gottesdienst von Erfolgen, Niederlagen und der Kunst erzählt hat, nach Rückschlägen wieder aufzustehen. Die Antworten waren unterschiedlich. Und doch zog sich ein
Gedanke durch viele Gespräche: Menschen suchen Orientierung. Sie suchen Gemeinschaft. Sie suchen Orte, an denen sie mit ihren Fragen ernst genommen werden.

Am 8. Mai haben sich 78 Jugendliche in der ehemaligen Abteikirche Corvey von Weihbischof Josef Holtkotte firmen lassen. In den Monaten zuvor haben wir in Glaubenskursen über Leben, Glauben, Zweifel, Hoffnung und die großen Fragen des Lebens gesprochen. Dabei habe ich etwas gelernt: Glaube wächst selten durch Druck und fast nie durch fertige Antworten. Glaube wächst dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen, Erfahrungen teilen und sich auf die Suche machen. Vielleicht ist das seit über 1200 Jahren die eigentliche Aufgabe von Corvey. Ein Ort der Begegnung. Ein Ort der Gemeinschaft. Ein Ort, an dem Menschen ihren Fragen nachgehen dürfen. Dabei braucht es unterschiedliche Wege und unterschiedliche Formen. Die einen finden ihren Zugang über Glaubenskurse, persönliche Gespräche oder Formate wie Lightroom. Andere erleben Gemeinschaft und Glauben in vertrauten Traditionen, Festen und Gottesdiensten. Auch das kommende Vitusfest am 21.06. in Corvey steht für diese Erfahrung. Menschen kommen zusammen, feiern ihren Glauben und erleben Verbundenheit über Generationen hinweg. Denn bei aller Unterschiedlichkeit bleibt etwas Gemeinsames: Menschen brauchen Orte, an denen sie sich begegnen, miteinander unterwegs sind und sich als Teil einer Gemeinschaft erfahren können. Die kirchliche Landschaft verändert sich spürbar. Gemeinden werden kleiner. Wege werden länger. Vieles, was früher selbstverständlich war, wird künftig neu gedacht werden müssen. Gerade deshalb gewinnen Orte an Bedeutung, die Menschen zusammenführen und Identität stiften. Corvey ist ein solcher Ort. Seit über 1200 Jahren kommen Menschen hier zusammen, um Glauben zu feiern, Gemeinschaft zu erleben und Orientierung zu suchen. Heute geschieht das auf unterschiedliche Weise: in Gottesdiensten, Glaubenskursen, bei den Ostertagen, bei Lightroom oder beim Vitusfest. Die Formen verändern sich. Die Sehnsucht der Menschen bleibt. Die Sehnsucht nach Gemeinschaft. Die Sehnsucht nach Orientierung. Die Sehnsucht nach Orten, an denen Menschen mit ihren Fragen und Hoffnungen willkommen sind. Vielleicht wird Corvey gerade deshalb in Zukunft noch wichtiger werden.

Carsten Sperling, Gemeindereferent

 

 

 

 

 

 

 

 

Maria – ein Anruf Gottes

(Bild: Sylvio Krüger; www.pfarrbriefservice.de)

Was uns am Frühling gefällt, ist das Erblühen der Natur: dieses frische Grün, Blumen und Blüten, die sich aus Zwiebeln und Pflanzen nach vorne drücken, Blüten, die für wenige Tage ganze Obstbäume überziehen.

Die Buntheit und Vielfalt zeigt uns: Gottes Schöpfung lebt.

Eine beachtliche Kraft steckt in ihr, da sie in der Lage ist, Knospen aufzusprengen, das Leben freizulegen in Blumen und Blüten, die ihre Schönheit zeigen
– einfach so, für uns und für die Welt.

Erkennen wir uns darin wieder?
Auch in uns drückt sich das Leben aus und nimmt Gestalt an. In uns drückt sich die Kraft des Schöpfers aus, in unserer Buntheit, Vielfalt und Verschiedenheit.
Jeder Mensch ein eigener Entwurf Gottes – einzigartig und nicht auswechselbar. Umworben von Gott mit einem je eigenen Ruf und Auftrag, der sich Bahn brechen soll, der durchbrechen soll und wirksam werden soll für die Welt.

 

Exemplarisch und wirklich herausragend können wir das an Maria ablesen.
Ein Ruf von Gott, ein werbendes Wort von ihm, gaben
ihrem Leben Richtung und Ziel, weil sie sich auf das von ihm bestimmte Leben einlassen konnte.
Gottes Wort konnte sich in ihr einfleischen und Gestalt annehmen, durchdrücken in die Welt, geboren werden als Mensch mit dem Ruf und Auftrag für die Welt: zu heilen, zu retten und zu erlösen.

Der bahnbrechende Punkt war die Offenheit Marias für ein von Gott bestimmtes Leben. „Rose ohne Dornen“ nennen wir sie und „Lilie ohnegleichen“.
Wir ehren sie als Maienkönigin, umgeben vom Grün des Lebens, vom Grün der Hoffnung. Dank sei ihr.

Ihr

Pastor Thomas Nal

Ich glaube nur, was ich sehe.“

(Bild: Peter Weidemann; www.pfarrbriefservice.de)

Ich glaube nur, was ich sehe.“

Dieser Satz ist vielleicht das inoffizielle Glaubensbekenntnis unserer Zeit.

Auch am Ostermorgen herrschte diese Logik. Die Jünger sahen das Grab, den schweren Stein. Für sie war die
Sache erledigt. Das Grab ist die sichtbare Realität. Selbst als die Frauen vom leeren Grab berichteten, bleibt der Apostel Thomas bei dieser Logik: „Ich glaube nur, was ich sehe.“

Doch Ostern stellt diese Logik auf den Kopf. Wer die Evangelien liest, merkt: Die Augen allein reichen für die Realität nicht aus. Maria Magdalena steht vor dem leeren Grab. Sie sieht Jesus direkt an – aber sie erkennt ihn nicht. Sie hält ihn für den Gärtner. Erst als er sie beim Namen ruft, gehen ihr die Augen auf. Hier kehrt sich der Satz um: „Ich sehe nur, was ich glaube.“ Oft ist es unsere Erwartung oder
unser Vertrauen, das den Blick verstellt oder öffnet. Wer nicht an die Liebe glaubt, wird in einer freundlichen Geste nur Berechnung sehen.

Ostern will unser Sehen verändern: Wer glaubt, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, der kann in den kleinen
Zeichen des Lebens den auferstandenen Herrn sehen. Wir können ihn in der Hand sehen, die sich zur Versöhnung ausstreckt, auch wenn es schwierig scheint. Wir können ihn sehen im Mut derer, die sich für Solidarität und Gerechtigkeit einsetzen, auch wenn es aussichtslos scheint. Hier können wir mit dem Blick des österlichen Glaubens sehen, wie sich Gräber der Hoffnungslosigkeit öffnen.

Glauben wir nicht nur, was wir sehen. Fangen wir immer mehr an zu sehen, was wir glauben: Der Stein des Grabes ist weggerollt. Das Leben ist stärker als der Tod. Auf diese Botschaft können wir unser Leben bauen.

Pfarrdechant Hans-Bernd Krismanek

 

 

Karfreitag aushalten, um Ostern feiern zu können

(Barbara Schartz; www.pfarrbriefservice.de)

Karfreitag aushalten, um Ostern
feiern zu können

Jedes Jahr wieder und immer wieder neu bin ich überrascht und zunehmend irritiert, dass so viele Gläubige an Ostersonntag in die Kirche gehen, die an Karfreitag gar nicht im Gottesdienst waren.

Wie geht es, die Auferstehung von jemandem zu feiern, von dessen Tod man gar nicht erfahren und den man nicht betrauert hat?

Ich kann ja durchaus verstehen, das viele das Leid einfach leid geworden sind, angesichts all dessen, was Tag für Tag in unserer Welt geschieht, was auch Menschen in unserem Bekanntenkreis an Leid erfahren oder wir sogar selbst für ein Päckchen zu tragen haben. Doch wenn wir die Redewendung „Was uns nicht umbringt, macht uns härter“ mit einigem Recht abwandeln zu „Was uns nicht umbringt, macht uns stärker“ wird einem doch bewusst, dass es Sinn macht, dem Leid nicht aus dem Weg zu gehen.

Das Leid stärkt unser Vertrauen zu uns selbst und in unser eigenes Leben, angesichts dessen, was man alles überstehen und hinter sich lassen oder gegebenenfalls auf Dauer ertragen und aushalten kann. Es stärkt die Beziehungen zu denen, die sich von unserem Leid nicht abgewendet, sondern es mit uns getragen, angeschaut und mit uns ausgehalten haben. Und es vermag auch die Beziehung zu Jesus Christus zu stärken, dessen Erkennungszeichen bis heute das Kreuz und keineswegs das Osterei ist.

Leiden anzuschauen, es zu meditieren, so gut es geht zu akzeptieren und sogar zu feiern – und sei es mit Tränen in den Augen, wie es bei Trauerfeiern regelmäßig geschieht, den Karfreitag also zu begehen, ist Voraussetzung, um Ostern feiern und sich wirklich daran freuen zu können.
Übrigens ist in der evangelischen Kirche Karfreitag der höchste Feiertag des Jahres. Falls Ihnen die Gottesdienste bei uns zu traurig sind, versuchen Sie es doch mal da.

Gesegnete Kar- und frohe Ostertage wünscht Ihnen, auch im Namen des pastoralen Teams,

Von der Freiheit in der Wüste

Manuela Steffan, Die Versuchung Jesu; www.pfarrbriefservice.de)

 

„Nicht nur vom Brot allein …“
Von der Freiheit in der Wüste

Nach vierzig Tagen Hunger zu haben, ist wenig überraschend. Überraschend ist jedoch, warum Jesus in die Wüste ging: Das Matthäus-Evangelium berichtet, er sei vom Geist dorthin geführt worden, um versucht zu werden. Was dort geschah, war kein Zufall, sondern von Gott gewollt. Das Fasten öffnete Jesus für die innerste Entscheidungssituation seines Lebens.

Die Versuchung, der Jesus begegnet, ist subtil. Der Versucher setzt genau dort an, wo Jesus kurz zuvor bei seiner Taufe Gottes Stimme hörte: „Du bist mein geliebter Sohn.“ Der Teufel flüstert: „Wenn du Gottes Sohn bist, dann mach dich unabhängig! Fang damit an, die Brotversorgung selbst in die Hand zu nehmen. Sei dein eigener Herr.“

Wir kennen das aus unserem Alltag: Stellen wir uns vor, wir hätten alles im Überfluss. Dennoch greifen wir nach dem „zusätzlichen Brot“, wenn es uns angeboten wird – sei es aus der Angst heraus, dass das Vorhandene nicht reicht, oder aus dem Gefühl der Macht, sich über Grenzen hinwegzusetzen.

Jesus begegnet der Versuchung mit einer Freiheit, die uns Staunen lässt. Er leugnet seinen Hunger nicht, aber er weigert sich, seine Freiheit als Kind Gottes dafür zu verkaufen. Er erinnert uns daran, dass unser Leben einen tieferen Urgrund hat, der uns trägt.
Wenn wir im Vaterunser beten: „Und führe uns nicht in Versuchung“, dann ist das keine Bitte um ein bequemes Leben. Es ist die Bitte um die Erinnerung an unsere Freiheit. Als Töchter und Söhne Gottes müssen wir weder Brot noch Macht um den Preis unserer Seele erwerben.
Ich wünsche uns allen die Kraft, in den kommenden Wochen der Fastenzeit diese Form der Freiheit neu zu entdecken.
Pfarrdechant Hans-Bernd Krismanek

„Wo wohnt Gott“

(Bild: Friedbert Simon; Darstellung des Herrn; www.pfarrbriefservice.de)

„Wo wohnt Gott“

Gott,
öffne unsere Ohren für dein Wort.
Öffne unser Herz für deine Liebe.
Öffne unsere Augen für dein Licht..
Amen.

Liebe Christen,

40 Tage nach Weihnachten am 02. Februar feiern wir Darstellung des Herrn. In der Ostkirche heißt dieser Tag auch Begegnung des Herrn. Sind Sie schon einmal Gott begegnet? Wir Menschen sehnen uns nach Licht und Wärme, nach Frieden und Geborgenheit. In Jesus Christus hat Gott uns gezeigt, wie Frieden möglich werden kann.

In dem Buch „Geschichten wie offene Türen“ herausgegeben von Willi Hoffsümmer fand ich folgenden Text:

„Ein Rabbi war zu Besuch bei gelehrten Männern. Er überraschte sie mit der Frage: „Wo wohnt Gott?“ Sie lachten über ihn: „Was redest du! Die Welt ist doch voll von seiner Herrlichkeit!“ Er aber beantwortete seine eigene Frage: „Gott wohnt, wo man ihn einlässt.“

Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass Gott einen festen Platz in Ihrem Leben bekommt. Möge Gott in Ihrem Herzen wohnen und Ihr Leben reich machen.

Mit guten Wünschen für die vor uns liegende Zeit.

Ihre Marion Dinand, Gem.Ref.

Gesegnete Weihnachten

(Bild: Doris Hopf, dorishopf.de; www.pfarrbriefservice.de)

Liebe Schwestern und Brüder,

wenn wir in diesen Tagen auf Weihnachten zugehen, spüren viele von uns eine besondere Mischung aus Vorfreude und Sehnsucht. Das Licht, das in der Heiligen Nacht aufstrahlt, erreicht uns oft gerade dort, wo wir es am nötigsten haben: mitten in unserem Alltag, mit seinen Freuden und Sorgen. Gott kommt nicht mit Macht und Pracht, sondern als Kind – zerbrechlich, anvertraut den
Händen von Maria und Josef.

Vielleicht liegt genau darin die größte Botschaft von Weihnachten: Gott traut uns etwas zu. Er schenkt uns sein Vertrauen und lädt uns ein, dieses Vertrauen weiterzugeben.

Mit dem Beginn des neuen Jahres stehen wir wieder an einer Schwelle. Wir wissen nicht, was auf uns zukommt, aber wir dürfen sicher sein, dass Gott uns begleitet. Deshalb ist der Jahreswechsel für mich immer ein Moment der Dankbarkeit und zugleich der Hoffnung. Möge das neue Jahr für uns alle ein Jahr werden, in dem Gottes Nähe spürbar wird – im Großen und Kleinen, in unseren Familien, in unserer Gemeinde und an all den Orten, an denen wir Verantwortung tragen.

Ein besonders schöner Akzent dieser Zeit ist das Fest der Erscheinung des Herrn. Die Weisen aus dem Morgenland machen sich auf den Weg, weil sie einem Stern folgen – einem Zeichen der Sehnsucht, der Suche und des Glaubens. Sie erinnern uns daran, dass jeder Mensch einen eigenen Weg zu Gott hat. Und sie zeigen: Wer sich auf den Weg macht, wer offen bleibt für Gottes Zeichen, der wird geführt. Vielleicht können auch wir in diesen Wochen neu entdecken, welcher „Stern“ uns leitet und welche Wege Gott uns zeigt.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine gesegnete Weihnachtszeit, stille und frohe Feiertage, und ein neues Jahr voller Vertrauen, Hoffnung und Gesundheit.
Der Stern von Bethlehem möge Ihr Leben erhellen, und der Segen Gottes begleite Sie durch die kommenden Wochen.

Ihr Pastor Tobias Spittmann

Mitten im Chaos beginnt Neues

Plakat Lightromm Gottesdienst

zum Lesen bitte anklicken

Mitten im Chaos beginnt Neues

Eine Einladung zum Fragen, Suchen und Vertrauen

In diesen Wochen beginnt wieder etwas Neues:

Das neue Kirchenjahr startet mit dem Advent, und wir haben die Einladungen zur Firmvorbereitung 2026 verschickt. Die Infoabende haben stattgefunden – über 80 Jugendliche haben ihr Interesse an der Teilnahme bekundet. Eine Zahl, die hart an die Grenzen dessen geht, was organisatorisch in unserem Pastoralverbund für diese Form der Vorbereitung möglich ist.

Viele von ihnen stehen an einem Punkt im Leben, an dem Fragen wichtiger werden:

Wer bin ich eigentlich? Was trägt mich? Worauf kann ich bauen, wenn es ernst wird?

Wir laden die jungen Menschen ein, sich gemeinsam auf eine Entdeckungsreise zu machen – mit anderen, im
Gespräch, im Glauben. Und vielleicht auch mit Gott.

Für mich persönlich ist diese Vorbereitung immer mehr als ein Pflichtprogramm. Sie ist ein Raum, in dem junge Menschen ehrlich fragen dürfen – ohne gleich „richtige“ Antworten liefern zu müssen.

Wir versuchen, einen offenen, wertschätzenden Weg
anzubieten: mit Kleingruppen, persönlichen Erfahrungen, Musik und echten Begegnungen.

Dabei hat Corvey eine zentrale Rolle.

Nicht nur als Ort der Firmung im Mai 2026, sondern schon jetzt als Raum für Begegnung, Fragen und spirituelle
Erfahrungen.

Hier feiern wir nicht einfach nur Gottesdienste – wir schaffen Räume, in denen sich etwas zeigen kann: Licht, das durchbricht. Worte, die berühren, Musik, die einen Raum aufspannt. Und Menschen, die ehrlich erzählen, was ihnen Halt gibt – oder wonach sie noch suchen.

Advent – Vertrauen im Chaos

Wem kann ich vertrauen?

 

Gerade in einer Zeit, in der vieles unsicher scheint, wächst die Sehnsucht nach Vertrauen. Beim dritten Lightroom-Gottesdienst in Corvey greifen wir diese Frage auf: Mit
einer biblischen Geschichte, die ins Wanken bringt – und ins Vertrauen führt. Mit Stimmen aus dem Leben. Und mit Musik, die den Gottesdienst trägt.

Eingeladen sind nicht nur Jugendliche, sondern alle, die im Advent nach Licht, Vertrauen und Sinn suchen.

7. Dezember 2025 – 18:30 Uhr – Abteikirche Corvey

Entdecke Gott und dich selbst

 

Carsten Sperling

Gemeindereferent

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

… dass alles einmal ein Ende hat

(Bild: Katharina Wagner; www.pfarrbriefservice.de)

… dass alles einmal ein Ende hat,

ist sicherlich eine Erkenntnis, die uns sehr schmerzt. Gerade der November konfrontiert uns mit dieser harten Wahrheit. Das Licht nimmt ab, die hellen Tage sind kurz, die dunklen Nächte lang. Das Leben in der Natur zieht sich zurück, die Bäume lassen ihre letzten Blätter fallen. Die Gedenktage Allerseelen, Totensonntag und Volkstrauertag erinnern uns an unsere
Toten.

Hinter all dem steckt die eine Botschaft: … dass alles einmal ein Ende hat. Und wir selbst, unser Leben, unsere
jetzige Existenz ist da mitgemeint. Auch wir sind endlich und begrenzt: in der Zeit, in unserer Kondition und Ausdauer, in den Fähigkeiten und Möglichkeiten, die wir haben. Das macht das Zeitfenster, das uns zur Verfügung steht, tatsächlich unendlich kostbar. Sind wir uns dessen bewusst? Doch wie nutzen wir es? Was müssen wir jetzt tun, weil wir es irgendwann nicht mehr tun können? Woran wird man einmal erinnern, dass es uns gegeben hat? Welche Spur möchten wir hinterlassen?

Es müsste unser Bestreben sein, das Zeitliche wertzuschätzen, das Zeitliche zu segnen, indem wir mit all unseren Sinnen im Hier und Jetzt leben, dankbar annehmen, was Gott uns schenkt; indem wir mit dem, was wir sind und haben, an einer Welt mitarbeiten, die für jedes Leben
lebenswert ist; indem wir das Leben weiterschenken und für Früchte sorgen, von denen auch nachfolgende Generationen noch zehren können.

„Bedenke, dass du sterben wirst!“ (memento
mori)  Bedenke, dass alles einmal ein Ende hat!  Deshalb: „Nutze den Tag!“ (carpe diem), gib deinem Leben ein Profil, eine Ausrichtung, eine Wirksamkeit. Und bevor deine Lebensreise zu Ende geht, räume auf, bring in Ordnung, was du in Ordnung bringen kannst, gib ab und lass los, bevor es dir genommen wird. Wäre das nicht eine gute Konsequenz?

Gehen Sie gut durch die Zeit!

Pastor Thomas Nal

 

 

Erntedank

Erntedank

Bild: Andreas Kröner; www.pfarrbrief-service.de)

Am 5. Oktober feiern wir das Erntedankfest 2025. Die letzten Monate
waren geprägt von Unsicherheiten, Kriegen, steigenden Preisen…

Die gewohnte Fülle, die wir oft als selbstverständlich betrachten, scheint brüchig geworden zu sein

 

Vielleicht lädt gerade das Erntedankfest ein innezuhalten. Es ist eine Einladung, nicht nur auf das zu schauen, was wir bekommen haben, sondern auch darauf, wie es uns erreicht. Getreide, Äpfel, Kartoffeln sind nicht nur Produkte, sie sind das Ergebnis von Sonne, Regen, Erde und menschlicher Arbeit.

Beim Erntedankfest geht es wesentlich um eine Haltung des Dankes. Dankbarkeit ist eine Entscheidung. Es ist die Entscheidung, nicht nur auf das zu blicken, was uns fehlt, sondern das zu sehen und wertzuschätzen, was uns gegeben ist und was erarbeitet wurde. Dankbarkeit ist eine Haltung, die uns nicht nur mit Gott, sondern auch mit unseren Mitmenschen und der Welt um uns herum verbindet.

Im 1. Thessalonicherbrief finden wir die Aufforderung des Apostels Paulus: „Dankt für alles.“ (1 Thess 5,18). Wenn wir Gott für alles danken, machen wir deutlich, dass er in allem gegenwärtig ist. Wenn wir Erntegaben in der Kirche aufbauen und segnen, zeigen wir dies auf schöne Weise.

Erntedank ist damit eine gute Gelegenheit, uns daran zu erinnern, dass letztlich alles von Gott kommt und Gott uns auch in den Unsicherheiten und Brüchen des Lebens hält, wie es der Beter des 23. Psalm hoffnungsvoll ins Wort bringt: „Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.“

Pfarrdechant Hans-Bernd Krismanek

 

« Ältere Einträge