Category Archives: Geistliches Wort

Von der Freiheit in der Wüste

Manuela Steffan, Die Versuchung Jesu; www.pfarrbriefservice.de)

 

„Nicht nur vom Brot allein …“
Von der Freiheit in der Wüste

Nach vierzig Tagen Hunger zu haben, ist wenig überraschend. Überraschend ist jedoch, warum Jesus in die Wüste ging: Das Matthäus-Evangelium berichtet, er sei vom Geist dorthin geführt worden, um versucht zu werden. Was dort geschah, war kein Zufall, sondern von Gott gewollt. Das Fasten öffnete Jesus für die innerste Entscheidungssituation seines Lebens.

Die Versuchung, der Jesus begegnet, ist subtil. Der Versucher setzt genau dort an, wo Jesus kurz zuvor bei seiner Taufe Gottes Stimme hörte: „Du bist mein geliebter Sohn.“ Der Teufel flüstert: „Wenn du Gottes Sohn bist, dann mach dich unabhängig! Fang damit an, die Brotversorgung selbst in die Hand zu nehmen. Sei dein eigener Herr.“

Wir kennen das aus unserem Alltag: Stellen wir uns vor, wir hätten alles im Überfluss. Dennoch greifen wir nach dem „zusätzlichen Brot“, wenn es uns angeboten wird – sei es aus der Angst heraus, dass das Vorhandene nicht reicht, oder aus dem Gefühl der Macht, sich über Grenzen hinwegzusetzen.

Jesus begegnet der Versuchung mit einer Freiheit, die uns Staunen lässt. Er leugnet seinen Hunger nicht, aber er weigert sich, seine Freiheit als Kind Gottes dafür zu verkaufen. Er erinnert uns daran, dass unser Leben einen tieferen Urgrund hat, der uns trägt.
Wenn wir im Vaterunser beten: „Und führe uns nicht in Versuchung“, dann ist das keine Bitte um ein bequemes Leben. Es ist die Bitte um die Erinnerung an unsere Freiheit. Als Töchter und Söhne Gottes müssen wir weder Brot noch Macht um den Preis unserer Seele erwerben.
Ich wünsche uns allen die Kraft, in den kommenden Wochen der Fastenzeit diese Form der Freiheit neu zu entdecken.
Pfarrdechant Hans-Bernd Krismanek

„Wo wohnt Gott“

(Bild: Friedbert Simon; Darstellung des Herrn; www.pfarrbriefservice.de)

„Wo wohnt Gott“

Gott,
öffne unsere Ohren für dein Wort.
Öffne unser Herz für deine Liebe.
Öffne unsere Augen für dein Licht..
Amen.

Liebe Christen,

40 Tage nach Weihnachten am 02. Februar feiern wir Darstellung des Herrn. In der Ostkirche heißt dieser Tag auch Begegnung des Herrn. Sind Sie schon einmal Gott begegnet? Wir Menschen sehnen uns nach Licht und Wärme, nach Frieden und Geborgenheit. In Jesus Christus hat Gott uns gezeigt, wie Frieden möglich werden kann.

In dem Buch „Geschichten wie offene Türen“ herausgegeben von Willi Hoffsümmer fand ich folgenden Text:

„Ein Rabbi war zu Besuch bei gelehrten Männern. Er überraschte sie mit der Frage: „Wo wohnt Gott?“ Sie lachten über ihn: „Was redest du! Die Welt ist doch voll von seiner Herrlichkeit!“ Er aber beantwortete seine eigene Frage: „Gott wohnt, wo man ihn einlässt.“

Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass Gott einen festen Platz in Ihrem Leben bekommt. Möge Gott in Ihrem Herzen wohnen und Ihr Leben reich machen.

Mit guten Wünschen für die vor uns liegende Zeit.

Ihre Marion Dinand, Gem.Ref.

Gesegnete Weihnachten

(Bild: Doris Hopf, dorishopf.de; www.pfarrbriefservice.de)

Liebe Schwestern und Brüder,

wenn wir in diesen Tagen auf Weihnachten zugehen, spüren viele von uns eine besondere Mischung aus Vorfreude und Sehnsucht. Das Licht, das in der Heiligen Nacht aufstrahlt, erreicht uns oft gerade dort, wo wir es am nötigsten haben: mitten in unserem Alltag, mit seinen Freuden und Sorgen. Gott kommt nicht mit Macht und Pracht, sondern als Kind – zerbrechlich, anvertraut den
Händen von Maria und Josef.

Vielleicht liegt genau darin die größte Botschaft von Weihnachten: Gott traut uns etwas zu. Er schenkt uns sein Vertrauen und lädt uns ein, dieses Vertrauen weiterzugeben.

Mit dem Beginn des neuen Jahres stehen wir wieder an einer Schwelle. Wir wissen nicht, was auf uns zukommt, aber wir dürfen sicher sein, dass Gott uns begleitet. Deshalb ist der Jahreswechsel für mich immer ein Moment der Dankbarkeit und zugleich der Hoffnung. Möge das neue Jahr für uns alle ein Jahr werden, in dem Gottes Nähe spürbar wird – im Großen und Kleinen, in unseren Familien, in unserer Gemeinde und an all den Orten, an denen wir Verantwortung tragen.

Ein besonders schöner Akzent dieser Zeit ist das Fest der Erscheinung des Herrn. Die Weisen aus dem Morgenland machen sich auf den Weg, weil sie einem Stern folgen – einem Zeichen der Sehnsucht, der Suche und des Glaubens. Sie erinnern uns daran, dass jeder Mensch einen eigenen Weg zu Gott hat. Und sie zeigen: Wer sich auf den Weg macht, wer offen bleibt für Gottes Zeichen, der wird geführt. Vielleicht können auch wir in diesen Wochen neu entdecken, welcher „Stern“ uns leitet und welche Wege Gott uns zeigt.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine gesegnete Weihnachtszeit, stille und frohe Feiertage, und ein neues Jahr voller Vertrauen, Hoffnung und Gesundheit.
Der Stern von Bethlehem möge Ihr Leben erhellen, und der Segen Gottes begleite Sie durch die kommenden Wochen.

Ihr Pastor Tobias Spittmann

Mitten im Chaos beginnt Neues

Plakat Lightromm Gottesdienst

zum Lesen bitte anklicken

Mitten im Chaos beginnt Neues

Eine Einladung zum Fragen, Suchen und Vertrauen

In diesen Wochen beginnt wieder etwas Neues:

Das neue Kirchenjahr startet mit dem Advent, und wir haben die Einladungen zur Firmvorbereitung 2026 verschickt. Die Infoabende haben stattgefunden – über 80 Jugendliche haben ihr Interesse an der Teilnahme bekundet. Eine Zahl, die hart an die Grenzen dessen geht, was organisatorisch in unserem Pastoralverbund für diese Form der Vorbereitung möglich ist.

Viele von ihnen stehen an einem Punkt im Leben, an dem Fragen wichtiger werden:

Wer bin ich eigentlich? Was trägt mich? Worauf kann ich bauen, wenn es ernst wird?

Wir laden die jungen Menschen ein, sich gemeinsam auf eine Entdeckungsreise zu machen – mit anderen, im
Gespräch, im Glauben. Und vielleicht auch mit Gott.

Für mich persönlich ist diese Vorbereitung immer mehr als ein Pflichtprogramm. Sie ist ein Raum, in dem junge Menschen ehrlich fragen dürfen – ohne gleich „richtige“ Antworten liefern zu müssen.

Wir versuchen, einen offenen, wertschätzenden Weg
anzubieten: mit Kleingruppen, persönlichen Erfahrungen, Musik und echten Begegnungen.

Dabei hat Corvey eine zentrale Rolle.

Nicht nur als Ort der Firmung im Mai 2026, sondern schon jetzt als Raum für Begegnung, Fragen und spirituelle
Erfahrungen.

Hier feiern wir nicht einfach nur Gottesdienste – wir schaffen Räume, in denen sich etwas zeigen kann: Licht, das durchbricht. Worte, die berühren, Musik, die einen Raum aufspannt. Und Menschen, die ehrlich erzählen, was ihnen Halt gibt – oder wonach sie noch suchen.

Advent – Vertrauen im Chaos

Wem kann ich vertrauen?

 

Gerade in einer Zeit, in der vieles unsicher scheint, wächst die Sehnsucht nach Vertrauen. Beim dritten Lightroom-Gottesdienst in Corvey greifen wir diese Frage auf: Mit
einer biblischen Geschichte, die ins Wanken bringt – und ins Vertrauen führt. Mit Stimmen aus dem Leben. Und mit Musik, die den Gottesdienst trägt.

Eingeladen sind nicht nur Jugendliche, sondern alle, die im Advent nach Licht, Vertrauen und Sinn suchen.

7. Dezember 2025 – 18:30 Uhr – Abteikirche Corvey

Entdecke Gott und dich selbst

 

Carsten Sperling

Gemeindereferent

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

… dass alles einmal ein Ende hat

(Bild: Katharina Wagner; www.pfarrbriefservice.de)

… dass alles einmal ein Ende hat,

ist sicherlich eine Erkenntnis, die uns sehr schmerzt. Gerade der November konfrontiert uns mit dieser harten Wahrheit. Das Licht nimmt ab, die hellen Tage sind kurz, die dunklen Nächte lang. Das Leben in der Natur zieht sich zurück, die Bäume lassen ihre letzten Blätter fallen. Die Gedenktage Allerseelen, Totensonntag und Volkstrauertag erinnern uns an unsere
Toten.

Hinter all dem steckt die eine Botschaft: … dass alles einmal ein Ende hat. Und wir selbst, unser Leben, unsere
jetzige Existenz ist da mitgemeint. Auch wir sind endlich und begrenzt: in der Zeit, in unserer Kondition und Ausdauer, in den Fähigkeiten und Möglichkeiten, die wir haben. Das macht das Zeitfenster, das uns zur Verfügung steht, tatsächlich unendlich kostbar. Sind wir uns dessen bewusst? Doch wie nutzen wir es? Was müssen wir jetzt tun, weil wir es irgendwann nicht mehr tun können? Woran wird man einmal erinnern, dass es uns gegeben hat? Welche Spur möchten wir hinterlassen?

Es müsste unser Bestreben sein, das Zeitliche wertzuschätzen, das Zeitliche zu segnen, indem wir mit all unseren Sinnen im Hier und Jetzt leben, dankbar annehmen, was Gott uns schenkt; indem wir mit dem, was wir sind und haben, an einer Welt mitarbeiten, die für jedes Leben
lebenswert ist; indem wir das Leben weiterschenken und für Früchte sorgen, von denen auch nachfolgende Generationen noch zehren können.

„Bedenke, dass du sterben wirst!“ (memento
mori)  Bedenke, dass alles einmal ein Ende hat!  Deshalb: „Nutze den Tag!“ (carpe diem), gib deinem Leben ein Profil, eine Ausrichtung, eine Wirksamkeit. Und bevor deine Lebensreise zu Ende geht, räume auf, bring in Ordnung, was du in Ordnung bringen kannst, gib ab und lass los, bevor es dir genommen wird. Wäre das nicht eine gute Konsequenz?

Gehen Sie gut durch die Zeit!

Pastor Thomas Nal

 

 

Erntedank

Erntedank

Bild: Andreas Kröner; www.pfarrbrief-service.de)

Am 5. Oktober feiern wir das Erntedankfest 2025. Die letzten Monate
waren geprägt von Unsicherheiten, Kriegen, steigenden Preisen…

Die gewohnte Fülle, die wir oft als selbstverständlich betrachten, scheint brüchig geworden zu sein

 

Vielleicht lädt gerade das Erntedankfest ein innezuhalten. Es ist eine Einladung, nicht nur auf das zu schauen, was wir bekommen haben, sondern auch darauf, wie es uns erreicht. Getreide, Äpfel, Kartoffeln sind nicht nur Produkte, sie sind das Ergebnis von Sonne, Regen, Erde und menschlicher Arbeit.

Beim Erntedankfest geht es wesentlich um eine Haltung des Dankes. Dankbarkeit ist eine Entscheidung. Es ist die Entscheidung, nicht nur auf das zu blicken, was uns fehlt, sondern das zu sehen und wertzuschätzen, was uns gegeben ist und was erarbeitet wurde. Dankbarkeit ist eine Haltung, die uns nicht nur mit Gott, sondern auch mit unseren Mitmenschen und der Welt um uns herum verbindet.

Im 1. Thessalonicherbrief finden wir die Aufforderung des Apostels Paulus: „Dankt für alles.“ (1 Thess 5,18). Wenn wir Gott für alles danken, machen wir deutlich, dass er in allem gegenwärtig ist. Wenn wir Erntegaben in der Kirche aufbauen und segnen, zeigen wir dies auf schöne Weise.

Erntedank ist damit eine gute Gelegenheit, uns daran zu erinnern, dass letztlich alles von Gott kommt und Gott uns auch in den Unsicherheiten und Brüchen des Lebens hält, wie es der Beter des 23. Psalm hoffnungsvoll ins Wort bringt: „Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.“

Pfarrdechant Hans-Bernd Krismanek

 

„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“

Yohanes Vianey Lein; www.pfarrbriefservice.de

 

„Ich bin der Weg,
die Wahrheit
und das Leben“

(Johannesevangelium, 14,6)

 

Liebe Christen,

ein neues Kindergarten- und Schuljahr beginnt. Unzählige Kinder haben in diesen Tagen ihren ersten Kindergarten- oder Schultag. Ein neues Ausbildungsjahr beginnt. Für viele junge Erwachsene beginnt nun der Arbeitsalltag.
Arbeitsnehmer und Arbeitsnehmerinnen haben ihre
Urlaubszeit beendet und starten wieder gestärkt in ihren Dienst.

Das Ende der Sommerferien ist für viele Menschen ein Neuanfang und ein Einschnitt im Leben. Sicherlich geprägt von Neugierde, Spannung und Herzklopfen, aber auch von Ungewissheit. Neuanfänge erfordern ein Loslassen von Gewohntem und Vertrautem. Neuanfänge bieten daneben viele Chancen und vor allem eine persönliche Weiterentwicklung.

Jesus sagt von sich im Johannesevangelium: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“

Dieser Vers fordert uns auf, ausgetretene Pfade zu verlassen, um uns mutig auf neue Wege einzulassen. Vertrauen wir diesen neuen Wegen und legen sie hoffnungsvoll in die Hände Gottes. Er wird uns führen!

Gott, dieser Tag,

und was er bringen mag,

sei mir aus deiner Hand gegeben:

Du bist der Weg, die Wahrheit und das Leben.

Du bist der Weg: Ich will ihn gehen.

Du bist die Wahrheit: ich will sie sehen.

Du bist das Leben: mag mich umwehen.

Leid und Kühle, Glück und Glut,

alles ist gut, so wie es kommt.

Gib, dass er mir frommt!

In deinem Namen beginne ich.

Amen

 (Altes Pilgergebet, aus Youcat Jugendgebetbuch)

 

Ihre und Eure Gemeindereferentin Marion Dinand

 

Abschied

Text u. Musik: M.Siebald; Foto: Marie-Luise Bittger)

 

 

Gut, dass wir einander haben.

Gut, dass wir einander sehn.

Sorgen, Freuden, Kräfte teilen

und auf einem Wege gehn.

Gut, dass wir nicht uns nur haben,

dass der Kreis sich niemals schließt

und dass Gott, von dem wir reden,

hier in unsrer Mitte ist.

 

 

 

Liebe Weggefährtinnen und Weggefährten,

nun ist sie da – die Zeit, mich zu verabschieden von liebgewonnen Aufgaben und liebgewonnen Menschen.

Nach über 40 Jahren werde ich Ende September aus dem aktiven Berufsleben als Gemeindereferentin ausscheiden und „in Ruhestand“ gehen. Das ist ein großer Einschnitt für mich – denn ich bin sehr gerne in meinem Beruf tätig gewesen.

Dankbar blicke ich zurück auf die vielen Menschen, die ich in den Gemeinden (St. Georg Fredeburg, St. Johannes Sundern, St. Nikolaus Büren und im Pastoralverbund Corvey) kennengelernt habe, mit denen ich Leben und Glauben teilen durfte, denen ich etwas geben konnte und die mir sehr viel zurückgegeben haben. Da zu sein für die Menschen in Freude und in Traurigkeit, die frohe Botschaft der bedingungslosen Liebe Gottes zu allen Menschen erlebbar und erfahrbar zu machen, das war eine sehr erfüllende Aufgabe.

„Die Freude an Gott ist eure Stärke“ – dieser Vers aus dem Buch des Propheten Jeremia (8,10) begleitet mich seit meinem Studium in Paderborn. Diese Freude im Herzen trägt mich. Sie war Kraftquelle und Antrieb, Ideen- und Ratgeberin in meinem seelsorgerlichen Dienst.

Dass diese Freude an Gott auch Sie stärken, aufrichten, trösten, motivieren, leiten, begleiten und segnen möge, das wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen!

 

Marie-Luise Bittger

 

 

Sommerkirche 2025

Liebe Schwestern und Brüder,

der Sommer steht vor der Tür – und mit ihm eine besondere Zeit in unseren Gemeinden:

die Sommerkirche. Wenn wir in den kommenden Wochen am Sonntagabend unter freiem Himmel zusammenkommen, dann ist das mehr als nur ein schöner Rahmen für den Gottesdienst.

Es ist ein Zeichen: Wir sind unterwegs – gemeinsam, im Glauben, in der Welt.

„Pilger der Hoffnung“ – so nannte Papst Franziskus die Kirche unserer Tage. Inmitten vieler Umbrüche und Fragen, die unsere Gesellschaft und auch unsere Kirche betreffen, lädt er uns ein, nicht stehenzubleiben, sondern aufzubrechen: mit Vertrauen, mit Mut, mit dem Blick nach vorn.

Auch in unserer Erzdiözese Paderborn nehmen diese Veränderungen bereits konkrete Gestalt an.

Der Bistumsprozess stellt uns vor Herausforderungen – aber er eröffnet auch neue Chancen, unsere Kirche in der Region lebendig zu gestalten. Es geht darum, Kräfte zu bündeln, Verantwortung zu teilen, Wege neu zu denken – und Christus in unserer Mitte zu bewahren.

Die Sommerkirche kann dabei ein Bild sein für das, was Kirche sein kann: eine Gemeinschaft von Menschen, die sich aufmacht, die draußen sichtbar wird, die einfach und ehrlich miteinander betet, feiert, hofft.

Ich lade Sie herzlich ein, diese Gottesdienste im Sommer mitzufeiern – und vielleicht auch neu zu entdecken, was uns im Glauben trägt.

In aller Veränderung gilt: Gott geht mit. Und wir sind
unterwegs – als Pilgerinnen und Pilger der Hoffnung.

Einen gesegneten Sommer wünscht Ihnen

Ihr Pastor Spittmann

Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mt 18,20)

Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mt 18,20)

„Liebe ist fähig, die Zukunft zu wagen.“ (Papst Franziskus www.amoris-laetitia.de; IN: www.pfarrbriefservice.de)

„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mt 18,20) Dieser Vers erhält für mich heute eine besondere Bedeutung. Wir stehen vor der Herausforderung, liebgewonnene Strukturen loszulassen, neue Wege zu beschreiten und uns auf eine Zukunft einzustellen, die von veränderten pastoralen Räumen und weniger Personal geprägt sein wird. Da mag sich mancher fragen: Wo bleibt da die Kirche? Wo bleibt die Nähe Gottes spürbar, wenn die vertrauten Gesichter weniger werden und die gewohnten Orte sich verändern?

Genau hier setzt die Zusage Jesu an. Er knüpft seine
Gegenwart nicht an die Größe einer Versammlung oder prächtige Gebäude. Er verheißt seine Nähe dort, wo sich Menschen – zwei oder drei, eine überschaubare Zahl – bewusst in seinem Namen zusammenfinden.

Diese Verheißung war für die frühen Christen, oft in kleinen und verfolgten Gemeinden, eine Quelle ihres Mutes und Trostes. Sie wussten, dass Christus mitten unter ihnen war, auch wenn sie nur eine Handvoll waren, die sich in einem Haus oder im Verborgenen versammelten. Ihre Gemeinschaft war der Ort der Begegnung mit Gott, gespeist von gemeinsamem Gebet, dem Austausch über das Wort und gegenseitiger Unterstützung.

Auch für uns heute, im Kontext eines schmerzhaften Übergangsprozesses, kann dieser Vers eine Ermutigung sein. Die neuen, größeren Seelsorgeräume und die sich verändernden Pfarreistrukturen mögen zunächst Unsicherheit auslösen. Doch Jesu Wort erinnert uns daran, dass die Lebendigkeit der Kirche nicht primär von äußeren Strukturen abhängt, sondern von dem lebendigen Glauben und der Verbundenheit der Menschen in seinem Namen.
Es liegt an uns, diese Verheißung mit Leben zu füllen. Überall dort, wo Menschen sich bewusst im Namen Jesu zusammenfinden, wird er gegenwärtig sein. Dort können wir Gemeinschaft erfahren, uns im Glauben stärken und gemeinsam den Weg in die Zukunft gestalten. Lasst uns Orte schaffen, an denen sich zwei oder drei – oder gerne auch mehr – in seinem Namen versammeln, um zu beten, sich auszutauschen und gemeinsam den Glauben zu
leben. Denn dort, wo wir in seinem Namen zusammenkommen, ist er mitten unter uns – gestern, heute und in Ewigkeit.

Pfarrdechant Hans-Bernd Krismanek

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