Category Archives: Geistliches Wort

„Entdecke Gott und Dich selbst.“

(Bild: Logo Pastoralverbund Corvey)

„Entdecke Gott und Dich selbst.“

Das Motto des Pastoralverbundes Corvey heißt: „Entdecke Gott und Dich selbst.“ Was bedeutet es aber, Gott und sich selbst zu entdecken? Thomas Merton schreibt dazu, dass wir einen Schlüssel finden müssen, von dem unsere Existenz, unser Friede und unser Glück abhängt. Konkret sagt er: „Ich muss mich selbst entdecken, in dem ich Gott entdecke. Wenn ich ihn finde, finde ich auch mich selbst, und wenn ich mein wahres Selbst finde, finde ich auch ihn.“ (Th. Menton, Christliche Kontemplation) Klare Worte, die in der Umsetzung jedoch nicht einfach erscheinen. Das wirft u.a. die Frage auf, wie ich Gott finden oder noch besser kennenlernen kann. Ist es nicht so, dass ich mich auf die Suche machen muss, um etwas oder jemanden zu finden? Und wenn ich jemanden schon kenne, ihn aber noch näher kennenlernen möchte, sollte ich mir dann nicht die Mühe machen, herauszufinden, wer dieser Mensch eigentlich ist und Zeit mit dieser Person verbringen?

Ist es mit Gott nicht ähnlich? Wenn ich Gott entdecken will, muss ich mich da nicht auch auf die Suche begeben, oder habe ich längst ein (vorgefertigtes) Bild von ihm? Habe ich mich persönlich schon einmal auf die Suche nach IHM begeben? Suche ich Gott und habe ich ihn schon einmal bewusst in mein Leben eingeladen? Jesus sagt: „Wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet (Luk 11,10) und er sagt auch zu seinen Jüngern, die ihn kennenlernen wollen: „Kommt und seht (Joh 1,39)!“ Das bietet er auch uns Tag für Tag an. Es ist aber eine Frage, ob wir bereit sind, uns auf dieses Angebot einzulassen.

Wieviel Zeit nehme ich mir dafür Gott (tiefer) zu entdecken? Vielleicht bedarf es der Stille, um zur Ruhe zu kommen, um mich und IHN besser kennenzulernen – um Gott zu begegnen. Es ist die Frage, ob ich bereit bin, mich darauf einzulassen. Will ich das überhaupt, oder bin ich mit dem zufrieden, so wie es gerade ist? Oder gibt es da vielleicht doch mehr? „Gott ist kein „Was“, kein „Etwas“. (…) Es gibt also nicht „so etwas“ wie Gott, denn Gott ist weder ein „Was“ noch „etwas“, sondern reines „Wer“. Er ist das „Du“, vor dem unser innerstes „Ich“ in der Bewusstheit entspringt.“ (Th. Menton, Christliche Kontemplation)

Wer sich auf eine besondere Weise auf die Suche nach Gott machen oder seinen Glauben vertiefen möchte, ist herzlich zu folgenden Terminen in die St. Nikolai Kirche eingeladen:
25.09., 19:30 Uhr Lobpreisabend mit Pfarrer Bleckmann aus Holzminden
31.10., 20:00 Uhr: Lobpreisandacht im Lichterglanz
07.11., 19:00 Uhr: Mystagogische Messe: Wurzeln und Hintergründe der heiligen Messe verstehen. So haben Sie die Messe noch nie erlebt!
27.11., 19:00 Uhr: Lobpreisabend: Glaube trifft Wissenschaft: Hat die Wissenschaft Gott besiegt? Das Glaubenszeugnis eines Wissenschaftlers, von Prof. Dr. Christian Müller

Dies sind nur einige Möglichkeiten, sich auf die Suche zu begeben. Vielleicht ist es aber genau das richtige, um es herauszufinden.

Daniela Düker (Pastorale Mitarbeiterin)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir sind auf unseren Wegen nicht allein

(Bild: Hochaltar St. Marien, Bruchhausen, Foto aus eig. Bestand PV Corvey)

Wir sind auf unseren Wegen nicht allein

Im Heiligenkalender stehen Anfang August zwei römische Diakone im Mittelpunkt, die als Märtyrer verehrt werden: der heilige Laurentius (+ 258) und der heilige Cyriakus (+ 309). Beide haben auch im Pastoralen Raum Corvey ihren Platz. Während in Bruchhausen jährlich das Laurentiusfest gefeiert wird,
befindet sich in der Heiligenbergkapelle seit einigen Jahren eine große Statue des heiligen Cyriakus

Er gehört zu den 14 Nothelfern und ist unter anderem als Patron der Damenstifte Gernrode und Geseke bekannt. Die Statue stellt ihn als Diakon dar, der einen Drachen an der Kette hält – ein Zeichen für den Sieg des Glaubens über das Böse und die Not.

Mitte August schauen wir dann auf das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel oder Mariä Himmelfahrt. An diesem Tag richten wir den Blick auf Maria, die Mutter
Jesu, die uns im Glauben vorangegangen ist. In ihr zeigt uns Gott, wie groß sein Versprechen an uns alle ist: Das Leben siegt über den Tod, und am Ende nimmt Gott den ganzen Menschen – mit all seinen Höhen und Tiefen, mit Leib und Seele – in seine ewige Gemeinschaft auf. Ein wichtiger Brauch an diesem Festtag ist die Krautweihe. In den gesegneten Krautbunden spiegelt sich die Vielfalt der Schöpfung und ihre heilende Kraft wider. Sie erinnern uns daran, dass Gottes Segen unser Leben begleitet und uns die Schöpfung als kostbares Gut anvertraut ist.

Diese Feste zeigen uns: Wir sind auf unseren Wegen nicht allein. Gerade in Zeiten von Unsicherheit schenken sie uns Punkte, an denen wir Kraft schöpfen und unsere Anliegen getrost in Gottes Hände legen können.

Ich wünsche Ihnen allen eine gesegnete und erholsame Sommerzeit!

Ihr Pfarrdechant Krismanek

Kommt mit an einen einsamen Ort …. Mk6,31

(Bild: Kerstin Dupont; www.pfarrbriefservice.de)

Kommt mit an einen einsamen Ort …. Mk6,31

Liebe Schwestern und Brüder im Pastoralverbund Corvey,
der Sommer liegt vor uns. Die Natur zeigt sich in ihrer ganzen Fülle, und für viele beginnt bald die Zeit der Ferien. Endlich einmal durchatmen. Zeit für die Familie, für Freunde, für Reisen oder einfach für Stunden der
Ruhe zuhause. Es sind Wochen, die uns gut tun können – wenn wir sie nicht nur mit Terminen füllen, sondern auch mit Momenten, in denen die Seele aufatmen darf.

 

Wir leben in einer wunderschönen Region. Zwischen Weser, Wäldern und den sanften Hügeln des Weserberglandes entdecken wir immer wieder, wie reich Gott seine Schöpfung beschenkt hat. Wer aufmerksam unterwegs ist, kann etwas von seiner Nähe spüren: im leisen Rauschen der Bäume, im Glitzern der Weser, in einem weiten Blick über die Felder oder im Lachen spielender Kinder. Die Schöpfung erinnert uns daran: Das Leben ist ein Geschenk.
Auch Jesus wusste, wie wichtig Zeiten der Erholung sind. Zu seinen Jüngern sagt er: „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus.“ (Mk 6,31) Diese Einladung gilt bis heute. Gott schenkt uns nicht nur Aufgaben und Verantwortung. Er schenkt uns auch Zeiten des Innehaltens. Denn wir müssen uns seine Liebe nicht verdienen – wir dürfen aus ihr leben.
Vielleicht führt Sie der Sommer in die Ferne. Vielleicht bleiben Sie ganz bewusst in unserer Heimat. Wo auch immer Sie unterwegs sind: Nehmen Sie sich Zeit für das, was im Alltag oft zu kurz kommt. Für ein gutes Gespräch. Für das gemeinsame Essen. Für einen Spaziergang. Für ein stilles Gebet in einer Kirche. Für einen Gottesdienst, der den Sonntag zum Sonntag macht. Vielleicht entdecken Sie
gerade in diesen einfachen Momenten, dass Gott Ihnen längst entgegenkommt. Unsere Klöster Corvey und Brenkhausen sind seit über zwölf Jahrhunderten Orte des
Glaubens. Viele Generationen haben hier gebetet, gehofft und Gott ihr Leben anvertraut. Dieses Vertrauen trägt auch uns heute. Es gibt Halt in einer Zeit, die oft schnelllebig und unruhig ist. Wir müssen den Weg nicht allein gehen. Christus geht ihn mit uns.

So wünsche ich Ihnen und Ihren Familien erholsame und gesegnete Sommertage. Schöpfen sie neue Kraft, erleben sie Freude  und kehren sie mit einem dankbaren Herzen in den Alltag zurück.

Ihr Pastor Tobias Spittmann

 

Was suchen Menschen heute?

Was suchen Menschen heute?

Bild: eig. Bestand PR PV Corvey)

Diese Frage beschäftigt mich immer wieder.

In den vergangenen Monaten habe ich sie jungen Menschen gestellt. In den Glaubenskursen zur Firmvorbereitung. Bei den Ostertagen in Corvey.

Im Gespräch mit Aaron Zehnter, der offen über seinen Glauben als Profifußballer
gesprochen hat. Oder zuletzt bei Trainer Jürgen Holletzek, der beim Lightroom
Gottesdienst von Erfolgen, Niederlagen und der Kunst erzählt hat, nach Rückschlägen wieder aufzustehen. Die Antworten waren unterschiedlich. Und doch zog sich ein
Gedanke durch viele Gespräche: Menschen suchen Orientierung. Sie suchen Gemeinschaft. Sie suchen Orte, an denen sie mit ihren Fragen ernst genommen werden.

Am 8. Mai haben sich 78 Jugendliche in der ehemaligen Abteikirche Corvey von Weihbischof Josef Holtkotte firmen lassen. In den Monaten zuvor haben wir in Glaubenskursen über Leben, Glauben, Zweifel, Hoffnung und die großen Fragen des Lebens gesprochen. Dabei habe ich etwas gelernt: Glaube wächst selten durch Druck und fast nie durch fertige Antworten. Glaube wächst dort, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen, Erfahrungen teilen und sich auf die Suche machen. Vielleicht ist das seit über 1200 Jahren die eigentliche Aufgabe von Corvey. Ein Ort der Begegnung. Ein Ort der Gemeinschaft. Ein Ort, an dem Menschen ihren Fragen nachgehen dürfen. Dabei braucht es unterschiedliche Wege und unterschiedliche Formen. Die einen finden ihren Zugang über Glaubenskurse, persönliche Gespräche oder Formate wie Lightroom. Andere erleben Gemeinschaft und Glauben in vertrauten Traditionen, Festen und Gottesdiensten. Auch das kommende Vitusfest am 21.06. in Corvey steht für diese Erfahrung. Menschen kommen zusammen, feiern ihren Glauben und erleben Verbundenheit über Generationen hinweg. Denn bei aller Unterschiedlichkeit bleibt etwas Gemeinsames: Menschen brauchen Orte, an denen sie sich begegnen, miteinander unterwegs sind und sich als Teil einer Gemeinschaft erfahren können. Die kirchliche Landschaft verändert sich spürbar. Gemeinden werden kleiner. Wege werden länger. Vieles, was früher selbstverständlich war, wird künftig neu gedacht werden müssen. Gerade deshalb gewinnen Orte an Bedeutung, die Menschen zusammenführen und Identität stiften. Corvey ist ein solcher Ort. Seit über 1200 Jahren kommen Menschen hier zusammen, um Glauben zu feiern, Gemeinschaft zu erleben und Orientierung zu suchen. Heute geschieht das auf unterschiedliche Weise: in Gottesdiensten, Glaubenskursen, bei den Ostertagen, bei Lightroom oder beim Vitusfest. Die Formen verändern sich. Die Sehnsucht der Menschen bleibt. Die Sehnsucht nach Gemeinschaft. Die Sehnsucht nach Orientierung. Die Sehnsucht nach Orten, an denen Menschen mit ihren Fragen und Hoffnungen willkommen sind. Vielleicht wird Corvey gerade deshalb in Zukunft noch wichtiger werden.

Carsten Sperling, Gemeindereferent

 

 

 

 

 

 

 

 

Maria – ein Anruf Gottes

(Bild: Sylvio Krüger; www.pfarrbriefservice.de)

Was uns am Frühling gefällt, ist das Erblühen der Natur: dieses frische Grün, Blumen und Blüten, die sich aus Zwiebeln und Pflanzen nach vorne drücken, Blüten, die für wenige Tage ganze Obstbäume überziehen.

Die Buntheit und Vielfalt zeigt uns: Gottes Schöpfung lebt.

Eine beachtliche Kraft steckt in ihr, da sie in der Lage ist, Knospen aufzusprengen, das Leben freizulegen in Blumen und Blüten, die ihre Schönheit zeigen
– einfach so, für uns und für die Welt.

Erkennen wir uns darin wieder?
Auch in uns drückt sich das Leben aus und nimmt Gestalt an. In uns drückt sich die Kraft des Schöpfers aus, in unserer Buntheit, Vielfalt und Verschiedenheit.
Jeder Mensch ein eigener Entwurf Gottes – einzigartig und nicht auswechselbar. Umworben von Gott mit einem je eigenen Ruf und Auftrag, der sich Bahn brechen soll, der durchbrechen soll und wirksam werden soll für die Welt.

 

Exemplarisch und wirklich herausragend können wir das an Maria ablesen.
Ein Ruf von Gott, ein werbendes Wort von ihm, gaben
ihrem Leben Richtung und Ziel, weil sie sich auf das von ihm bestimmte Leben einlassen konnte.
Gottes Wort konnte sich in ihr einfleischen und Gestalt annehmen, durchdrücken in die Welt, geboren werden als Mensch mit dem Ruf und Auftrag für die Welt: zu heilen, zu retten und zu erlösen.

Der bahnbrechende Punkt war die Offenheit Marias für ein von Gott bestimmtes Leben. „Rose ohne Dornen“ nennen wir sie und „Lilie ohnegleichen“.
Wir ehren sie als Maienkönigin, umgeben vom Grün des Lebens, vom Grün der Hoffnung. Dank sei ihr.

Ihr

Pastor Thomas Nal

Ich glaube nur, was ich sehe.“

(Bild: Peter Weidemann; www.pfarrbriefservice.de)

Ich glaube nur, was ich sehe.“

Dieser Satz ist vielleicht das inoffizielle Glaubensbekenntnis unserer Zeit.

Auch am Ostermorgen herrschte diese Logik. Die Jünger sahen das Grab, den schweren Stein. Für sie war die
Sache erledigt. Das Grab ist die sichtbare Realität. Selbst als die Frauen vom leeren Grab berichteten, bleibt der Apostel Thomas bei dieser Logik: „Ich glaube nur, was ich sehe.“

Doch Ostern stellt diese Logik auf den Kopf. Wer die Evangelien liest, merkt: Die Augen allein reichen für die Realität nicht aus. Maria Magdalena steht vor dem leeren Grab. Sie sieht Jesus direkt an – aber sie erkennt ihn nicht. Sie hält ihn für den Gärtner. Erst als er sie beim Namen ruft, gehen ihr die Augen auf. Hier kehrt sich der Satz um: „Ich sehe nur, was ich glaube.“ Oft ist es unsere Erwartung oder
unser Vertrauen, das den Blick verstellt oder öffnet. Wer nicht an die Liebe glaubt, wird in einer freundlichen Geste nur Berechnung sehen.

Ostern will unser Sehen verändern: Wer glaubt, dass der Tod nicht das letzte Wort hat, der kann in den kleinen
Zeichen des Lebens den auferstandenen Herrn sehen. Wir können ihn in der Hand sehen, die sich zur Versöhnung ausstreckt, auch wenn es schwierig scheint. Wir können ihn sehen im Mut derer, die sich für Solidarität und Gerechtigkeit einsetzen, auch wenn es aussichtslos scheint. Hier können wir mit dem Blick des österlichen Glaubens sehen, wie sich Gräber der Hoffnungslosigkeit öffnen.

Glauben wir nicht nur, was wir sehen. Fangen wir immer mehr an zu sehen, was wir glauben: Der Stein des Grabes ist weggerollt. Das Leben ist stärker als der Tod. Auf diese Botschaft können wir unser Leben bauen.

Pfarrdechant Hans-Bernd Krismanek

 

 

Karfreitag aushalten, um Ostern feiern zu können

(Barbara Schartz; www.pfarrbriefservice.de)

Karfreitag aushalten, um Ostern
feiern zu können

Jedes Jahr wieder und immer wieder neu bin ich überrascht und zunehmend irritiert, dass so viele Gläubige an Ostersonntag in die Kirche gehen, die an Karfreitag gar nicht im Gottesdienst waren.

Wie geht es, die Auferstehung von jemandem zu feiern, von dessen Tod man gar nicht erfahren und den man nicht betrauert hat?

Ich kann ja durchaus verstehen, das viele das Leid einfach leid geworden sind, angesichts all dessen, was Tag für Tag in unserer Welt geschieht, was auch Menschen in unserem Bekanntenkreis an Leid erfahren oder wir sogar selbst für ein Päckchen zu tragen haben. Doch wenn wir die Redewendung „Was uns nicht umbringt, macht uns härter“ mit einigem Recht abwandeln zu „Was uns nicht umbringt, macht uns stärker“ wird einem doch bewusst, dass es Sinn macht, dem Leid nicht aus dem Weg zu gehen.

Das Leid stärkt unser Vertrauen zu uns selbst und in unser eigenes Leben, angesichts dessen, was man alles überstehen und hinter sich lassen oder gegebenenfalls auf Dauer ertragen und aushalten kann. Es stärkt die Beziehungen zu denen, die sich von unserem Leid nicht abgewendet, sondern es mit uns getragen, angeschaut und mit uns ausgehalten haben. Und es vermag auch die Beziehung zu Jesus Christus zu stärken, dessen Erkennungszeichen bis heute das Kreuz und keineswegs das Osterei ist.

Leiden anzuschauen, es zu meditieren, so gut es geht zu akzeptieren und sogar zu feiern – und sei es mit Tränen in den Augen, wie es bei Trauerfeiern regelmäßig geschieht, den Karfreitag also zu begehen, ist Voraussetzung, um Ostern feiern und sich wirklich daran freuen zu können.
Übrigens ist in der evangelischen Kirche Karfreitag der höchste Feiertag des Jahres. Falls Ihnen die Gottesdienste bei uns zu traurig sind, versuchen Sie es doch mal da.

Gesegnete Kar- und frohe Ostertage wünscht Ihnen, auch im Namen des pastoralen Teams,

Von der Freiheit in der Wüste

Manuela Steffan, Die Versuchung Jesu; www.pfarrbriefservice.de)

 

„Nicht nur vom Brot allein …“
Von der Freiheit in der Wüste

Nach vierzig Tagen Hunger zu haben, ist wenig überraschend. Überraschend ist jedoch, warum Jesus in die Wüste ging: Das Matthäus-Evangelium berichtet, er sei vom Geist dorthin geführt worden, um versucht zu werden. Was dort geschah, war kein Zufall, sondern von Gott gewollt. Das Fasten öffnete Jesus für die innerste Entscheidungssituation seines Lebens.

Die Versuchung, der Jesus begegnet, ist subtil. Der Versucher setzt genau dort an, wo Jesus kurz zuvor bei seiner Taufe Gottes Stimme hörte: „Du bist mein geliebter Sohn.“ Der Teufel flüstert: „Wenn du Gottes Sohn bist, dann mach dich unabhängig! Fang damit an, die Brotversorgung selbst in die Hand zu nehmen. Sei dein eigener Herr.“

Wir kennen das aus unserem Alltag: Stellen wir uns vor, wir hätten alles im Überfluss. Dennoch greifen wir nach dem „zusätzlichen Brot“, wenn es uns angeboten wird – sei es aus der Angst heraus, dass das Vorhandene nicht reicht, oder aus dem Gefühl der Macht, sich über Grenzen hinwegzusetzen.

Jesus begegnet der Versuchung mit einer Freiheit, die uns Staunen lässt. Er leugnet seinen Hunger nicht, aber er weigert sich, seine Freiheit als Kind Gottes dafür zu verkaufen. Er erinnert uns daran, dass unser Leben einen tieferen Urgrund hat, der uns trägt.
Wenn wir im Vaterunser beten: „Und führe uns nicht in Versuchung“, dann ist das keine Bitte um ein bequemes Leben. Es ist die Bitte um die Erinnerung an unsere Freiheit. Als Töchter und Söhne Gottes müssen wir weder Brot noch Macht um den Preis unserer Seele erwerben.
Ich wünsche uns allen die Kraft, in den kommenden Wochen der Fastenzeit diese Form der Freiheit neu zu entdecken.
Pfarrdechant Hans-Bernd Krismanek

„Wo wohnt Gott“

(Bild: Friedbert Simon; Darstellung des Herrn; www.pfarrbriefservice.de)

„Wo wohnt Gott“

Gott,
öffne unsere Ohren für dein Wort.
Öffne unser Herz für deine Liebe.
Öffne unsere Augen für dein Licht..
Amen.

Liebe Christen,

40 Tage nach Weihnachten am 02. Februar feiern wir Darstellung des Herrn. In der Ostkirche heißt dieser Tag auch Begegnung des Herrn. Sind Sie schon einmal Gott begegnet? Wir Menschen sehnen uns nach Licht und Wärme, nach Frieden und Geborgenheit. In Jesus Christus hat Gott uns gezeigt, wie Frieden möglich werden kann.

In dem Buch „Geschichten wie offene Türen“ herausgegeben von Willi Hoffsümmer fand ich folgenden Text:

„Ein Rabbi war zu Besuch bei gelehrten Männern. Er überraschte sie mit der Frage: „Wo wohnt Gott?“ Sie lachten über ihn: „Was redest du! Die Welt ist doch voll von seiner Herrlichkeit!“ Er aber beantwortete seine eigene Frage: „Gott wohnt, wo man ihn einlässt.“

Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass Gott einen festen Platz in Ihrem Leben bekommt. Möge Gott in Ihrem Herzen wohnen und Ihr Leben reich machen.

Mit guten Wünschen für die vor uns liegende Zeit.

Ihre Marion Dinand, Gem.Ref.

Gesegnete Weihnachten

(Bild: Doris Hopf, dorishopf.de; www.pfarrbriefservice.de)

Liebe Schwestern und Brüder,

wenn wir in diesen Tagen auf Weihnachten zugehen, spüren viele von uns eine besondere Mischung aus Vorfreude und Sehnsucht. Das Licht, das in der Heiligen Nacht aufstrahlt, erreicht uns oft gerade dort, wo wir es am nötigsten haben: mitten in unserem Alltag, mit seinen Freuden und Sorgen. Gott kommt nicht mit Macht und Pracht, sondern als Kind – zerbrechlich, anvertraut den
Händen von Maria und Josef.

Vielleicht liegt genau darin die größte Botschaft von Weihnachten: Gott traut uns etwas zu. Er schenkt uns sein Vertrauen und lädt uns ein, dieses Vertrauen weiterzugeben.

Mit dem Beginn des neuen Jahres stehen wir wieder an einer Schwelle. Wir wissen nicht, was auf uns zukommt, aber wir dürfen sicher sein, dass Gott uns begleitet. Deshalb ist der Jahreswechsel für mich immer ein Moment der Dankbarkeit und zugleich der Hoffnung. Möge das neue Jahr für uns alle ein Jahr werden, in dem Gottes Nähe spürbar wird – im Großen und Kleinen, in unseren Familien, in unserer Gemeinde und an all den Orten, an denen wir Verantwortung tragen.

Ein besonders schöner Akzent dieser Zeit ist das Fest der Erscheinung des Herrn. Die Weisen aus dem Morgenland machen sich auf den Weg, weil sie einem Stern folgen – einem Zeichen der Sehnsucht, der Suche und des Glaubens. Sie erinnern uns daran, dass jeder Mensch einen eigenen Weg zu Gott hat. Und sie zeigen: Wer sich auf den Weg macht, wer offen bleibt für Gottes Zeichen, der wird geführt. Vielleicht können auch wir in diesen Wochen neu entdecken, welcher „Stern“ uns leitet und welche Wege Gott uns zeigt.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine gesegnete Weihnachtszeit, stille und frohe Feiertage, und ein neues Jahr voller Vertrauen, Hoffnung und Gesundheit.
Der Stern von Bethlehem möge Ihr Leben erhellen, und der Segen Gottes begleite Sie durch die kommenden Wochen.

Ihr Pastor Tobias Spittmann

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