Erntedank

Christiane Raabe; www.pfarr-briefservice.de)
Liebe Leserinnen und Leser,
der Oktober, der Herbst, das Erntedankfest, das Verwelken und Fallen der Blätter und das Zugehen auf Allerheiligen und Allerseelen konfrontieren uns mit der Vergänglichkeit – auch mit unserer eigenen, verbunden mit der Frage, was wir im Leben erreicht haben, was von uns bleibt, welche Früchte wir bereits ernten konnten oder demnächst ernten wollen.
Das Gute im Leben anzuschauen und sich daran zu freuen, hilft uns, die Vergänglichkeit anzunehmen und dem Ende des Lebens mit dem Gedanken zu begegnen, dass es irgendwann auch reichen und einfach mal gut sein wird.
Wie zufrieden ist der Mensch, wenn er am Ende eines langen Arbeitstages, an dem er viel erlebt und erreicht hat, Feierabend machen oder völlig erschöpft abends einschlafen kann? Oder wie froh, wenn er nach einer gefühlt ewig dauernden Rückreise aus dem Urlaub endlich zu Hause ankommt, mit vielen Eindrücken, Fotos und Souvenirs im Gepäck, die noch lange an das Erlebte erinnern werden?
Was auf solch positive Weise zu Ende geht, hat sich gelohnt. Und wenn wir unser Leben auf solch positive Weise anschauen, sind auch der Herbst und der Gedanke an die Vergänglichkeit von Fülle, von Reife, von innerer Freude geprägt und überhaupt kein Grund traurig oder verdrießlich zu sein.
Wir brauchen diesen wertschätzenden Blick, um für das, was war und ist, dankbar zu werden und eines Tages, wenn es wirklich einmal reicht und gut sein wird, alles in Gottes Hand zu legen, wie das so viele, derer wir Allerheiligen und Allerseelen gedenken, bereits vor uns getan haben.

Einen gesegneten und goldenen Oktober wünscht Ihnen
Ihr Pastor Frank Grunze