Erntedank
Erntedank
Am 5. Oktober feiern wir das Erntedankfest 2025. Die letzten Monate
waren geprägt von Unsicherheiten, Kriegen, steigenden Preisen…
Die gewohnte Fülle, die wir oft als selbstverständlich betrachten, scheint brüchig geworden zu sein
Vielleicht lädt gerade das Erntedankfest ein innezuhalten. Es ist eine Einladung, nicht nur auf das zu schauen, was wir bekommen haben, sondern auch darauf, wie es uns erreicht. Getreide, Äpfel, Kartoffeln sind nicht nur Produkte, sie sind das Ergebnis von Sonne, Regen, Erde und menschlicher Arbeit.
Beim Erntedankfest geht es wesentlich um eine Haltung des Dankes. Dankbarkeit ist eine Entscheidung. Es ist die Entscheidung, nicht nur auf das zu blicken, was uns fehlt, sondern das zu sehen und wertzuschätzen, was uns gegeben ist und was erarbeitet wurde. Dankbarkeit ist eine Haltung, die uns nicht nur mit Gott, sondern auch mit unseren Mitmenschen und der Welt um uns herum verbindet.
Im 1. Thessalonicherbrief finden wir die Aufforderung des Apostels Paulus: „Dankt für alles.“ (1 Thess 5,18). Wenn wir Gott für alles danken, machen wir deutlich, dass er in allem gegenwärtig ist. Wenn wir Erntegaben in der Kirche aufbauen und segnen, zeigen wir dies auf schöne Weise.
Erntedank ist damit eine gute Gelegenheit, uns daran zu erinnern, dass letztlich alles von Gott kommt und Gott uns auch in den Unsicherheiten und Brüchen des Lebens hält, wie es der Beter des 23. Psalm hoffnungsvoll ins Wort bringt: „Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.“

Pfarrdechant Hans-Bernd Krismanek
