Ergebnisse der Phase „Sehen“

Pastoraler Prozess: Ergebnisse der Phase „Sehen“

Am 25.10.14 wurde in Paderborn das Zukunftsbild für das Erz¬bis¬tum Pader¬born vorgestellt. Das Zukunftsbild ist ein Leitfaden für die Neu- und Wei¬terent¬wicklung des kirchlichen Handelns in den Kirchengemeinden des Erzbistums. Nach dem Wunsch von Erz¬bischof Becker soll kirchliches Handeln künftig be¬sonders in vier „Handlungsfeldern“ deutlich werden: Evangelisierung, Eh¬ren¬amt, Mis¬sionarisch Kirche sein, Caritas- und Weltverantwor¬tung.
Im Frühjahr 2015 haben wir im Pastoralverbund Corvey mit einem mehrstufi¬gen Pastoralen Prozess begonnen, in dessen Mittelpunkt die Anliegen des Zukunfts-bildes stehen. Koordiniert von einer Steuerungsgruppe haben vier Arbeitsgruppen unser kirchliches Handeln in den Bereichen Evangelisierung, Ehrenamt, Mis¬sio¬narisch Kirche sein, Caritas- und Weltverantwortung in den Blick genommen. Die Ergebnisse dieser Phase des Sehens möchten wir Ihnen jetzt vorstellen.
In einem nächsten Schritt erfolgt die Auswertung der Ergebnisse (Phase „Urtei-len“) als Grund¬lage zur Erstellung einer Pastoralvereinbarung, die für unser kirch¬liches Han¬deln vor Ort in den kommenden Jahren leitend sein soll.

Ehrenamt: Jedes ehrenamtliche Engagement, das seine Grundlage im persönli-chen Glauben hat, ist als „Engagement aus Berufung“ zu verstehen.

Wir haben gesehen:
• Unterscheidung: Ehrenamt als Mittel zum Zweck (für die Kirchengemeinde) – als prakti¬sche Arbeit: Glauben leben (für andere/für sich)
• Traditionelle Angebote (Engagement) „rund um den Kirchturm“
• Kirche ist eine Organisation unter vielen, d. h. Konkurrenz, die Qualität ent-scheidet über Engagement/Teilnahme
• Katholisch angebundene Gruppen unterschiedlich stark, fließende Konfes¬si-onslinien, punktuelle Erfolgsmodelle

Uns fehlt:
• (Leitungs-)Personal
• Angebote für Jugendliche, junge Erwachsene

Unsere Erkenntnisse:
• Der Kirchturm vor Ort ist wichtig!
• Durchgehendes Angebot in div. Lebenslagen (Glaubenseinstieg, Glau¬bens-ver¬tiefung

Zukunftsfähig:
• Charismatische Personen/Gruppen
• Aufgabenaufteilung hauptamtliche-ehrenamtliche Mitarbeiter – lokal-zentral

Rückläufig:
• Rückzug aus der Fläche

Evangelisierung: Evangelisierung heißt, ein Bewusstsein zu fördern, dass Evan-gelium bez. Glaube und Leben miteinander zu tun haben. – Evangelisierung kon-kretisiert sich dabei in den Schwerpunkten: Eingliederung in die Kirche | Glaubens¬ver¬tiefung | Glau¬bensverlebendigung

Wir haben gesehen:
Evangelisierung findet in allen Gemeinden mit unterschiedlichen Angeboten statt:
• durch entsprechende Angebote werden Gemeindemitglieder aller Al¬ters¬grup-pen und Gesellschaftskreise erreicht
• durch punktuelle Evangelisierungsangebote/besondere Gottesdienste wer¬den unterschiedliche Alters- und Zielgruppen erreicht, aber nicht alle Gesell-schafts¬kreise
• durch Brauchtumspflege
Insgesamt findet Evangelisierung statt, jedoch auf konventionelle Art. Daher Stei¬gerung der Innovation.

Uns fehlt:
• Innovative und zeitgemäße Angebote für junge Erwachsene und Er¬wach¬sene ohne Kinder
• Glaubwürdige Vorbilder
• Gemeinschaft und Wir-Gefühl
• Professionelle Werbung
• Innovative Ideen und Angebote
• Hilfreiche Hände zur Umsetzung

Unsere Erkenntnisse:
• Entwicklung von innovativen und ortsübergreifenden Angeboten
• Professionelle Werbung
• Umsetzung für verschiedene Ziel- und Altersgruppen

Zukunftsfähig:
• Punktuelle und hochwertige Angebote mit entsprechender Werbung
• Innovative Wege der Sakramentenkatechese
• Seelsorge

Rückläufig
• Klassische Angebote

Missionarisch Kirche sein: Der Schatz des Evangeliums soll auf neuen Wegen Menschen zugänglich ge¬macht werden.

Wir haben gesehen:
• Vielfältige Angebote; dörflich, lokal, aus „guter alter Zeit“, Aufwand mit¬tel – über¬schaubar
• Wenige schultern viel, Kernstadt Höxter Hauptamtliche – Dörfer Ehren¬amtli-che
• Angebote traditionell und Ü 50, aber: innovative Ansätze vorhanden
• Wo Pastöre vor Ort agieren, ist das Angebot inhaltlich anders.
• Ortsgrößen und sozialer Kitt spiegeln sich – Kirche in Analogie zur Ge¬sell-schaft
• Struktur und Kultur aus ehem. Pastoralverbünden spürbar

Uns fehlt:
• Information, Kenntnis voneinander, Terminabstimmung
• Blick über den Tellerrand; lokal vs. regional
• Nutzung neuer Medien, Kommunikationsmittel und -systeme
• zentrale Terminverwaltung und Dateien – Zugriff darauf
• Mut zu Neuerungen; Mut zur Lücke
• Qualitätssicherung/Qualitätsanspruch
• Präsenz in Kommunalpolitik und Betrieben

Unsere Erkenntnisse:
• Ehrenamtliche nicht überlasten/überfrachten
• genaue Zielgruppenorientierung und Justierung wichtig – Ressourcen sind end¬lich
• Randbedingungen bewerten (Haushalt, Sozialstruktur, Einwohnerzah¬len, Per-sonal; Infrastruktur)
• Prüfung: lokal … regional … global
• Presse/Öffentlichkeitsarbeit verstärken

Zukunftsfähig:
• Projekte anstatt längerfristige Bindungen
• Vielfalt statt Einfalt;
• Transparenz; Berechenbarkeit;
• Jahresschwerpunkte bilden; Leuchttürme mit hohen Qualitäten
• Orientierung an der Lebenswirklichkeit / im Dienst an den Menschen
• Identifizierung zentraler Orte – Zuweisung von Schwerpunktaufga¬ben/Funk¬tio-nen
• Fördertöpfe nutzen – LEADER u. a.
• Vorbildfunktion der Kirche; Alleinstellungsmerkmale identifizieren
• Arbeitsfelder Schwache, Ältere, Asylsuchende, Kinder, Jugendliche
• Generation „Gold“ gewinnen

Rückläufig:
• Kirchenbesuche
• langfristige Bindungen von Ehrenamtlichen
• Engagement der 25- bis 45-jährigen
• soziale und kirchliche Bindungen in Familien

Caritas und Weltverantwortung: Caritas ist Dienst am Bedürftigen | Weltverant¬wortung ist Dienst am Bedürf¬tigen weltweit in ihrem sozialen Kontext

Wir haben gesehen:
• Es gibt Caritas (Haltung und Aufgabe jedes Christen) und Caritasarbeit (in ver¬fassten Organisationsstrukturen),
• in kirchlich organisierten Angeboten und
• in kommunalen und freien Angeboten.

Uns fehlt:
• Caritatives Bewusstsein
• Ehrenamtliche Helfer, um mehr zu gestalten und mehr Angebote vorzu¬halten
• Größere Vernetzung
• Caritative Angebote

Unsere Erkenntnisse:
• (Sozial- und andere) Strukturen haben sich verändert
• Verdeckte Armut nimmt zu

Zukunftsfähig:
• Zielgruppe „Senioren“
• Thema „Armut“
• „Vernetzung“
• Ehe- und Familienberatung
• Reale Präsenz

Rückläufig:
• Bereitschaft zu kontinuierlicher Zusammenarbeit
• Haussammlungen/„Gratulations“-Besuche
• Caritasarbeit insgesamt
Schreiben Sie uns bis 28.02.16 Ihre Anmerkungen, weitere Erkenntnisse und of-fene Fragen! Sie können dazu diesen Kartenabschnitt verwenden, den Sie in den Pfarrbüros abgeben oder am nächsten Sonntag in den Kollektenkorb werfen können. – Oder schreiben Sie uns eine eMail (katholisch.corvey@gmail.com). Danke für Ihre Mitarbeit!

Zu Handlungsfeld: ………………………………………………………………………..

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