Geistliches Wort

26.05.17

Das Kloster Corvey ist als irdisches Abbild der himmlischen Stadt Jerusalem geplant und gebaut worden, wie es in der Offenbarung des Johannes geschildert ist.
Diese Verheißung der Offenbarung gewinnt gerade mit dem Westwerk eine sichtbare Gestalt, die uns die Worte des Sehers Johannes vor Augen führen will: Uns ist eine Zukunft bei Gott verheißen. Am Ende seiner Visionen und am Ende der gesamten hl. Schrift sieht Johannes „die heilige Stadt, das neue Jerusalem von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereit wie eine geschmückte Braut für ihren Mann“ (Offb 21,2).

 

Die Stadt wird als Wohnung Gottes bei den Menschen bezeichnet. Gott wird, „alle Tränen von ihren Augen“ abwischen. Tod und Schmerz werden überwunden sein. Aus dieser Verheißung wird deutlich: Diese Stadt ist die neue Schöpfung Gottes. In ihr werden die Not und Leiden der jetzigen Existenz durch die Nähe Gottes endgültig besiegt sein.
Im Leben des Jesus von Nazareth offenbart sich dieser Gott als der, der es mit den Menschen und seiner Schöpfung unbedingt gut meint und uns Heil zusagt. In diesem Optimismus liegt die Stärke des Glaubens, die sich darin äußert vertrauensvoll in die Zukunft gehen zu können. Das beinhaltet zugleich, die Nähe zu Gott zu suchen in Gebet und Meditation und den Glauben zugleich als Handeln in den Alltag zu integrieren.
Am 13.05.17 hat der gebürtige Höxteraner Adelhard Gerke OSB in der Abtei Königsmünster sein 65. Professjubiläum gefeiert. Mit der ehem. Benediktinerabtei Corvey fühlt er sich besonders verbunden und hat dies auch durch zahlreiche Veröffentlichungen gezeigt. Zur großen Wissenschaftlichen Leistung Br. Adelhards gehört es, gezeigt zu haben, dass das Kloster Corvey als irdisches Abbild der himmlischen Stadt Jerusalem gemäß Kap. 21 der Offenbarung des Johannes geplant und gebaut worden ist. Dafür sei ihm im Namen der Kirchengemeinde an dieser Stelle und auf diesem Wege herzlich dank gesagt.
Pfd. Dr. Krismanek