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„Christlicher Lesekreis in neuer Runde“

Plakat Pardon ich bin ChristIm Pastoralverbund Corvey wurde unter der Leitung von Vikar Klur ein neuer Lesekreis gegründet. Das nächste Treffen findet am Dienstag, den 24.04., um 19.30 Uhr, im Pfarrheim Peter und Paul in Höxter (Ostpreussenstr. 10) statt. Es sollen Auszüge aus dem Buch „Pardon, ich bin Christ. Meine Argumente für den Glauben“ von C.S. Lewis gelesen werden. Die Hauptthemen des christlichen Glaubens werden auf eine spritzige Art darin aufgegriffen. Alle Interessenten sind herzlich eingeladen, auch wenn man beim ersten Treffen nicht dabei war. Das Buch braucht man für die Teilnahme nicht erwerben

Hier können Sie den Flyyer herunterladen!

Schön wär’s ja

Das Gebet fordert uns als modernen Menschen heraus.

Denn wir haben vor allem eines verlernt:
das Vertrauen

Auf unserer Internetseite www.pv-corvey.de laden wir zu verschiedenen Anlässen zum Gebet ein. In den Gottesdiensten unserer Gemeinden beten wir. Beten heißt für mich: Sprechen mit Gott! Vielleicht werden Sie, lieber Leser, jetzt sagen: Schön wär’s ja, wenn das so stimmen würde! Aber meine Erfahrungen sind anders. Meine Gebete, auch wenn sie noch so dringend waren, wurden nicht erhört. Meine Bitte um Genesung eines guten Freundes. Mein Flehen um einen Ausweg aus der Depression. Mein Flehen um Versöhnung mit der Tochter. Das Gegenteil ist eingetreten: Der Freund ist nach hartem Kampf gestorben. Die Depression hat sich verschlimmert. Die Tochter ist im Zorn gegangen. Was heißt da noch vertrauensvolles Gebet?! Und ist nicht Jesus selber mit seinen Gebeten gescheitert? weiterlesen »

Wachet auf, werde Licht ……

Bild: Martin Manigatterer; www.pfarrbriefservice.de)

Zu den biblischen Gestalten im Advent gehört Johannes der Täufer. Ein bekanntes Wort von ihm finden wir im Johannesevangelium:

„Er [Jesus] muss wachsen, ich aber muss kleiner werden.“ (Joh 3,30) – Mit diesen Worten beschreibt Johannes der Täufer sein Verhältnis zu Jesus dem Christus.

Für mich eine Aufforderung mit hohem Anspruch und entscheidenden Fragen an mich:  Welchen Stellenwert nimmt Gott in meinem Leben ein? Und: Wie will ich meine Beziehung zu Gott persönlich und mit anderen Christen leben?

Grundlegend ist für mich dabei die Überzeugung: Im Leben des Jesus von Nazareth offenbart sich Gott als der, der es mit den Menschen und seiner Schöpfung unbedingt gut meint und uns Heil zusagt. Hier liegt die Stärke des Glaubens, die sich darin äußert – von Gott belgeitet – vertrauensvoll in die Zukunft gehen zu können.

Das beinhaltet, die Nähe zu Gott zu suchen in Gebet und Meditation und den Glauben zugleich in den Alltag zu integrieren. Wer auf Gott vertraut, entscheidet sich für eine Solidarität unter den Menschen, die jeden Menschen als Geschöpf Gottes und als Mitmenschen ansieht.

Dies in unser Leben umzusetzen sind wir aufgerufen. Daran wollen uns in diesen Tage der Advent und das bevorstehende Weihnachtsfest erinnern, dass Jesus immer mehr bei uns ankommen und Mensch werden kann.

Pfarrdechant KrismanekIhr

Hans-Bernd Krismanek, Pfarrdechant

 

„Zwischen Himmel ….. und Höxter“

Wo Menschen sich vertrauen
und Brücken erbauen, und neu beginnen,
ganz neu.
Da berühren sich Himmel und Höxter,
dass Hoffnung werde unter uns.
Wo Menschen sich bewegen,
die Nachfolge leben und neu beginnen,
ganz neu.
Da berühren sich Himmel und Höxter,
dass Glaube werde unter uns.
Wo Menschen sich begegnen
auf Plätzen und Wegen,
und neu beginnen, ganz neu.
Da berühren sich Himmel und Höxter,
dass Einheit werde unter uns.
Lied zum Ökumenischen Kirchentag,
Text: Reinhard Schreiner

 

Marie Luise Bittger

Wer erinnert sich nicht gerne an den ersten ökumenischen
Kirchentag, der hier in Höxter vor fast genau 5 Jahren stattfand.
„Zwischen Himmel und Höxter“ – feierten, beteten,
sangen, diskutierten Christen in bunter Vielfalt ihren Glauben.
Es war ein beeindruckendes Fest gelebten und lebendigen
Glaubens, ein öffentliches Bekenntnis und Zeugnis gelebter
und lebendiger Ökumene, über alle Konfessionsgrenzen hinweg
– begeisternd, einladend und ansteckend. Auch für Menschen,
die einfach vorbei kamen und sich an die lange Tischtafel
setzten, die in der Fußgängerzone aufgebaut war. Jeder
konnte essen von dem, was mitgebracht worden war. „Wo
Menschen sich begegnen auf Plätzen und Wegen, und neu
beginnen, ganz neu. Da berühren sich Himmel und Höxter,
dass Einheit werde unter uns“ so heißt es in einer Strophe
des Kirchentagsliedes. Ja, es wurde etwas sichtbar und erfahrbar
von dem Herzensanliegen Jesu: „Alle sollen eins sein:
Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in
uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt
hast.“ (Joh 17,21)
Es kann nicht immer ein ökumenischer Kirchentag sein, der
viel Kraft, Zeit und Engagement vieler Ehrenamtlicher erforderte!
Als Christen können wir aber immer wieder kleine Zeichen
gelebter Ökumene setzen, wie zum Beispiel am
Sonntag, den 10. September um 18:00 Uhr in der Kilianikirche.
Dort feiern wir einen ökumenischen Gottesdienst
zum Thema: „Evangelisch – katholisch: nicht gleich – gültig.
Zusammen – wachsen um der Menschen willen!“
Marie-Luise Bittger, Gemeindereferentin

Die Himmelsstadt

Das Kloster Corvey ist als irdisches Abbild der himmlischen Stadt Jerusalem geplant und gebaut worden, wie es in der Offenbarung des Johannes geschildert ist.
Diese Verheißung der Offenbarung gewinnt gerade mit dem Westwerk eine sichtbare Gestalt, die uns die Worte des Sehers Johannes vor Augen führen will: Uns ist eine Zukunft bei Gott verheißen. Am Ende seiner Visionen und am Ende der gesamten hl. Schrift sieht Johannes „die heilige Stadt, das neue Jerusalem von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereit wie eine geschmückte Braut für ihren Mann“ (Offb 21,2).

 

Die Stadt wird als Wohnung Gottes bei den Menschen bezeichnet. Gott wird, „alle Tränen von ihren Augen“ abwischen. Tod und Schmerz werden überwunden sein. Aus dieser Verheißung wird deutlich: Diese Stadt ist die neue Schöpfung Gottes. In ihr werden die Not und Leiden der jetzigen Existenz durch die Nähe Gottes endgültig besiegt sein.
Im Leben des Jesus von Nazareth offenbart sich dieser Gott als der, der es mit den Menschen und seiner Schöpfung unbedingt gut meint und uns Heil zusagt. In diesem Optimismus liegt die Stärke des Glaubens, die sich darin äußert vertrauensvoll in die Zukunft gehen zu können. Das beinhaltet zugleich, die Nähe zu Gott zu suchen in Gebet und Meditation und den Glauben zugleich als Handeln in den Alltag zu integrieren.
Am 13.05.17 hat der gebürtige Höxteraner Adelhard Gerke OSB in der Abtei Königsmünster sein 65. Professjubiläum gefeiert. Mit der ehem. Benediktinerabtei Corvey fühlt er sich besonders verbunden und hat dies auch durch zahlreiche Veröffentlichungen gezeigt. Zur großen Wissenschaftlichen Leistung Br. Adelhards gehört es, gezeigt zu haben, dass das Kloster Corvey als irdisches Abbild der himmlischen Stadt Jerusalem gemäß Kap. 21 der Offenbarung des Johannes geplant und gebaut worden ist. Dafür sei ihm im Namen der Kirchengemeinde an dieser Stelle und auf diesem Wege herzlich dank gesagt.
Pfd. Dr. Krismanek

Heilige

bild1

Martha Gahbauer; www.pfarrbriefservice.de)

Wir können am Allerheiligentag nicht alle Heiligen feiern.

Es sind zu viele, als dass man auch nur ihre Namen aufzählen könnte. Nicht einmal die Tage vieler Jahre reichen aus, um für jeden Heiligen einen eigenen Festtag zu reservieren.

Wäre weniger nicht mehr?

Für jeden Tag im Jahr ein heiliger Mann und eine heilige Frau, das würde doch genügen?

Doch es ist gerade die unerschöpfliche Vielfalt von heiligen Lebensentwürfen, die Allerheiligen so faszinierend machen kann.

Zwar geht es immer um dieselben Fragen: „Wie kann ich glücklich werden? Wie kann ich mein Leben mit Sinn erfüllen? Wie kann ich Gott dienen und Christus nachfolgen?“ Aber jedes Heiligenleben gibt auf diese Fragen eine ganz persönliche Antwort.

Heilige kommen aus allen Ländern, Kulturen, sozialen Schichten und Epochen. Es sind Menschen mit Fehlern und Schwächen, unvollkommen und oft beladen mit Zweifeln. – Aber sie verwirklichen, was christlicher Glaube bedeutet: Sie treten in innige Beziehung mit Gott und führen ein Leben in Gebet und Meditation. Sie treten für Gerechtigkeit ein und weisen auf Unrecht offen hin. Unerschrocken bekennen sie sich zu Christus, auch wenn dieses Bekenntnis ihr Leben kostet. Auf der Seite der Armen sind sie zu finden und zeigen der Welt, was Liebe ist. Sie engagieren sich für den Bewahrung der Schöpfung.

Kein Heiliger vollbringt das alles gleichzeitig. Aber Allerheiligen zeigt, dass der Traum von einer besseren Welt keine Utopie ist.

Die Heiligen sind nicht Geschichte; Heiligen kann man auch heute begegnen. Es geht darum, auf das zu hören und das zu verwirklichen, was Gott mit uns vor hat, und mit den eigenen Stärken und Fähigkeiten dem Sinn des Lebens und dem Reich Gottes auf der Spur zu bleiben.

Krismsnek 01 

Pfarrdechant Dr. Hans-Bernd Krismanek

 

Segne Du Maria,

Maria

Pilgermadonna St. Nikolai

Segne Du Maria,
segne mich Dein Kind.
Dass ich hier den Frieden,
dort den Himmel find!
Segne all mein Denken,
segne all mein Tun,
Lass in Deinem Segen
Tag und Nacht mich ruhn! 

 

Dass Gott für uns Menschen nicht nur wie ein guter Vater, sondern auch wie eine liebende Mutter ist, hat sich – nicht zuletzt auf Grund der entsprechenden Formulierung in einer der neueren Präfationen – längst herumgesprochen.

 

Dass aber über dieses mütterliche Element der Liebe Gottes zu uns hinaus, sein Sohn, Jesus, seine Mutter dem Jünger, den er liebte, und damit auch uns zur Mutter gegeben hat, sollten wir trotzdem nicht aus dem Blick verlieren. „Frau, siehe dein Sohn“ sagt Jesus zu Maria – und zu Johannes: „siehe deine Mutter“. Dass er das in seinen letzten Stunden am Kreuz sagt, und ihm die Liebe zwischen Maria und dem Jünger in diesem Augenblick wichtiger zu sein scheint als seine Schmerzen und sein herannahender Tod, macht diese Worte zum Teil seines Testamentes, das durch die Jahrhunderte seine Gültigkeit behält. Die Verbindung zwischen Maria und denen, die Jesus liebt, ist darum keine altbackene Tradition, die nur noch von der älteren Generation verstanden und mit Leben erfüllt wird, sondern vielmehr eine Einladung und eine Chance zu jeder Zeit.

„Ich gebe Ihnen mal meine Frau“, ist die regelmäßige Antwort, wenn ich als Priester bei einem Anruf, in dem es um Sakramente, Glaube, Kirche, eben im weitesten Sinne um Religion geht, mal wieder einen Mann am Telefon „erwischt“ habe.

„Ich gebe Ihnen mal meine Frau“, weil in den meisten Familien immer noch die Mütter für das religiöse Leben maßgeblich sind. Und tatsächlich: wenn der Glaube nicht nur auf das Sachliche reduziert und im Für-wahr-halten-von bestehen, sondern den Menschen ganz betreffen soll, dann braucht es das Mütterliche und das Kreative, Schöpferische, Lebenspendende, Fürsorgliche und Emotionale, das damit verbunden ist. Wer glauben will, braucht eine Mutter.

Der Monat Mai lädt uns dazu ein, die Verbindung mit der Gottesmutter zu festigen oder neu zu entdecken.

GrunzeDank an Maria, die Jesus uns Christen zur Mutter gegeben hat, und danke allen Müttern dieser Welt.

Einen gesegneten Muttertag und noch schöne Tage im Mai wünscht Ihnen

Ihr Pastor Frank Grunze

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Ja“ – „Amen“!

Dreker 01Liebe WeggefährtInnen im Glauben,

kein Zweifel! Wenn ein Gebet beendet wird, so geschieht dies mit dem Wörtchen „Amen“. Es stellt eine Bekräftigung dessen dar, worüber man mit Gott vorher gesprochen hat:
Ja, so ist es! So soll es geschehen!

Umso auffallender ist es, dass so mancher Empfänger der Hl. Kommunion mit Schweigen auf die Worte des Spenders „(Das ist) der Leib Christi!“ antwortet. Was meine ich, wenn ich mit „Amen“ sicher auch ein Stück weit meinen Glauben bekenne? Ist es vielleicht ein wenig Scheu, in diesem Bekenntnis meinen Glauben vor anderen hörbar zu machen?

Die Wurzel des hebräischen Wortes „Amen“ liegt auch anderen Worten zugrunde, etwa wenn von Treue, Vertrauen, Wahrheit oder auch Glauben die Rede ist. Es geht also nicht nur einfach um zustimmendes Bekennen, sondern um freudiges Zutrauen, hingebungsvolles Vertrauen in eine Wirklichkeit, der ich auch immer das hinhalten kann, was in und an mir schwach ist, fehlerhaft; die Fehlerhaftigkeit, Zerrissenheit, Widersprüchlichkeit unseres Lebens nahm Jesus auf sich, mit dem zusammen wir um die Erfüllung der Verheißungen seines Vaters immer wieder beten.
Was er – Jesus Christus – auf sich genommen hat, wurde so in ihm auch bestätigt. Insofern ist er auch das „Amen“, das „Ja“, wie Paulus mehrfach mit großer innerer Gewissheit in seinen Briefen schreibt.

Der Empfang der Hl. Kommunion ermöglicht ein tief vertrauendes „Amen“ zu dem, der meine Existenz trägt und hält.
Sonnige Tage wünscht Ihnen
Diakon Waldemar Dreker

Mach Dich frei von Vorurteilen

Team-SpittmannNach wie vor gibt es in unserer Gesellschaft Menschen die wie Aussätzige behandelt und ausgegrenzt werden. Sympathie und Antipathie, Urteile und Vorurteile erleben wir in unserem Alltag.

Schon zur Zeit Jesu gab es Menschen, die mit Vorurteilen besetzt und aus der aktiven Gesellschaft vertrieben wurden.
Der Evangelist Markus beschreibt eine Begebenheit, wie sie uns aus allen vier Evangelien bekannt ist: ein Mensch, der krank ist, begegnet Jesus und bittet ihn um Heilung. Jesus heilt ihn, weil er Mitleid mit ihm hat. (Mk 1,40-45).
Beim Aussatz handelt es sich um eine besonders schlimme Krankheit. „Aussatz“ ist ein Sammelbegriff für verschiedene Formen von Hautkrankheiten bis hin zur Lepra. Wer aussätzig war, galt als tot. Zu den körperlichen Leiden kam das Leid der sozialen Isolation, ja des sozialen Todes hinzu.
Bei der Heilung des Aussätzigen wird Jesu ganze Sendung deutlich. Er kann sich der Bitte des Kranken nicht entziehen, weil er mitleidet. Es erschüttert ihn zutiefst. Er kann gar nicht anders, als sich in der Vollmacht des Gottessohnes seines Geschöpfes anzunehmen und heil zu machen, was unheil ist.

Gott will nie das Leid des Menschen. Er will im Gegenteil unser Schicksal des sicheren Todes wenden.
Bei der Heilung dieses einen Aussätzigen wird Gottes Heilswillen für alle Menschen deutlich. So atmet das Evangelium bereits das Osterereignis.

Was wäre also, wenn Jesus heute zu uns käme? Könnte er seinen Einsatz für das Heil aller Menschen noch steigern?

Auch uns kann es ähnlich wie dem Aussätzigen ergehen. Auch wir können sehr schnell an den Rand gedrückt und ausgegrenzt sein.
Auch wir sind in der Rolle desjenigen, der das befreiende Wort, Jesu Zuwendung und sein Mitleiden braucht. Immer können wir zu ihm kommen, ihn aufsuchen und um Hilfe bitten.
In Jesus Christus haben wir ein lebendiges Gegenüber, einen, den unser Schicksal nicht kalt lässt, der mitleidet.
Unsere Bitten werden erhört, auch wenn wir vielleicht eine andere Antwort bekommen, als wir erwartet haben.
Jesus appelliert an uns als die, die ihm nachfolgen, es ihm gleichzumachen: sich einzusetzen für Menschen, die ausgegrenzt, isoliert, einsam oder krank sind, zu kämpfen für die Würde der Menschen, die unter lebensverachtenden Bedingungen ihr Dasein fristen, Sprachrohr zu sein derjenigen, die keine Lobby haben. Das erfordert von uns als Christen Wachheit gegenüber gesellschaftlichen Missständen. Das Wunder kann heute darin bestehen, dass wir betend und helfend füreinander einstehen und uns in unserem gemeinsamen Glauben an Jesus Christus gegenseitig stützen und durchs Leben tragen. –

Dass wir uns frei machen von Vorurteilen, und den Anderen lieben.

Pastor Spittmann

Glaube braucht die Freiheit!

Glaube braucht die Freiheit!

Gem.-Ref. Carsten SperlingDie Ereignisse in Paris erschüttern und machen nachdenklich. Im Namen der Religion werden Menschen ermordet. Experten versichern in solchen Fällen gerne, bei diesen Taten gehe es in Wirklichkeit nicht um religiöse, sondern um politische, wirtschaftliche oder ethnische Auseinandersetzungen. Für mich ist eine Religion dort gesund, wo sie die Freiheit des Menschen fördert. Eine Religion macht krank, wo sie Abhängigkeit schafft, unter Druck setzt und Unfreiheit verstärkt.
Der Glaube setzt freie Menschen voraus.
Doch die Freiheit setzt auch den Glauben voraus.
Denn ohne Gott nützt uns die Freiheit nichts. Sie bleibt meist kalt und herzlos, sie stürzt uns in die Einsamkeit. Ein klassisches Beispiel für Freiheit in Verantwortung, die nicht nach Obrigkeiten oder Zustimmung schielt, ist für mich Jesus: Warum erzählte er diese Geschichte vom Barmherzigen Vater? Warum heilte er ganz bewusst und vor den Augen der Obrigkeit am Sabbat einen gelähmten und einen blinden Menschen? Warum konnte, warum wollte er die paar Stunden bis zum nächsten Tag nicht warten? Jesus setzt mit dieser gefährlichen Grenzüberschreitung – am Ende wird sie ihn das Leben kosten – ein Zeichen von Freiheit und Souveränität über jene Vorschriften, die den Menschen behindern. Was wirklich getan werden muss, verträgt keinen Aufschub, vor allem nicht aus religiösen Gründen. Dem kranken Menschen muss geholfen werden! Den Flüchtlingen in unserer Stadt, in unseren Dörfern muss Gastfreundschaft gewährt werden! Sofort! Heute ist der Tag! Das ist übrigens ein ganz wichtiges Motiv der Frohen Botschaft:
Heute und jetzt ist die Zeit für eine Entscheidung, nicht morgen. Dafür trägt Jesus die Konsequenzen, die jede freie Entscheidung in sich hat.

Carsten Sperling, Gemeindereferent

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